«Die Alpenreise» vom 27.7.2018

Das heutige Grandhotel Giessbach wurde erst Jahre nach der Durchreise von Miss Jemima erbaut. Wie es vor dem Abriss gerrettet wurde und bis heute erhalten wird, hätte der fleissigen Engländerin sicher gefallen. Sabine Dahindends Gruppe hat ihre zweite Tour hinter sich – nun warten die Klettersteige.

Die Alpenreise: Gemeinschaftsprojekt Grandhotel Giessbach

Was uns heute als Grandhotel Giessbach bekannt ist, war für Miss Jemima noch Zukunftsmusik: Es war noch nicht einmal in Bau. Das damalige Hotel, in dem sich am 7. Juli 1863 für die Engländer kein Zimmer mehr fand, ist heute das Personalhaus.

So verbrachte die Reisegruppe die Nacht im Chalet des Verwalters. Jemima wollte insbesondere das Lichtspektakel im Giessbach sehen und wurde nicht enttäuscht. Ab 1857 erstrahlten die acht Kaskaden durch den Einsatz von Fackeln mit chemischen Stoffen rot, blau und grün – für die Zeitgenossen ein Bild von «überwältigender Grossartigkeit»

Das heutige Grandhotel wurde nach zweijähriger Bautätigkeit 1875 eröffnet, 1883 nach einem Brand renoviert und äusserlich so verändert, wie es sich heute präsentiert. 1978 drohte dem «Traumschloss am Brienzersee» das Aus, der Besitzer wollte das Grandhotel abreissen und durch ein «Jumbo-Chalet» ersetzen. Zahlreiche Einsprachen verhinderten die.

1982 gründete der Schweizer Umweltschützer Franz Weber die Stiftung «Giessbach dem Schweizervolk». Mit Geld aus der Bevölkerung und vom Kanton Bern wurde das Hotel gerettet und 1984 wiedereröffnet.

Auch wenn die Zahl der Übernachtungen und der Betriebserlös 2017 rekordhoch ausfielen: Der Ertrag aus der Hotellerie reicht nicht, um das 143-jährige Haus in Stand zu halten. Die dafür nötigen 150'000 Franken müssen Jahr für Jahr bei Mitgliedern, Stiftungen, Bund und Kantonen erbettelt werden. Ein Ausverkauf an ausländische Investoren stand aber nie zur Debatte.

«Schweiz aktuell» live aus dem Grandhotel Giessbach.

Höhenfieber: Zufrieden und schon wieder gespannt

Nun folgt der Abstieg ins Tal. Er führt über einen wunderschönen Passübergang, die Sefinenfurgge. Die Gruppe ist gelöst nach zwei erfolgreichen Touren, aber auch gespannt auf die nächste Woche.

An der Wilden Frau konnten die vier ihre Kletter-Fertigkeiten zum ersten Mal testen – nächste Woche werden sie im Klettersteig dann so richtig auf die Probe gestellt.

Artikel zum Thema

  • Tag 10: Giessbach (Artikel enthält Video)

    Tag 10: Giessbach

    Die Reisegruppe geniesst das Spektakel der Giessbachfälle und mokiert sich über das Nachtquartier aus Holz, Holz, Holz.

    27.7.2018
  • Brienz

    Brienz

    Die Fotos des Gemeindespiels vom 27. Juli

    27.7.2018