Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz

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Hohe Schweizer Militärs und Politiker geraten wegen eines schönen russischen Callgirls in Teufels Küche. Rütli- und Réduit-Satire von Daniel Schmid aus dem Jahr 1999.

Die schöne Irina (Elena Panova) gerät als russisches Callgirl in ein für sie märchenhaftes Land: die Schweiz. Vom zwielichtigen Anwalt Alfred Waldvogel (Ulrich Noethen) und dessen Freundin Charlotte De (Geraldine Chaplin) wird Irina an einen wachsenden Kundenkreis von Vertretern aus Wirtschaft und Politik, Militär und Medien vermittelt.

Im fernen Elektrostal verfolgt ein grosser Familienclan begeistert Irinas Aufstieg im Paradies. Sie selbst jedoch gerät immer mehr in ein undurchsichtiges Labyrinth von dubiosen Machenschaften, Intrigen und Skandalen. Immerhin verspricht Waldvogel, dass Irina für ihre Dienste den Schweizer Pass erhalten wird. Und Alt-Divisionär Sturzenegger (Martin Benrath), ihr Stammfreier und väterlicher Freund, nimmt sie mit auf eine patriotische Schweizerreise, die als Höhepunkt in das legendäre Alpenréduit führt. Betrogen von ihren angeblichen Freunden und mit Landesverweis bedroht löst Irina durch ein Missverständnis den «Beresina-Alarm» einer Geheimorganisation alter Patrioten aus, mit ungeahnten Folgen für sie und die Schweiz.
«Beresina oder Die letzten Tage der Schweiz» feierte am 7. August 1999 auf der Piazza am Festival in Locarno Premiere. Bei der Uraufführung wurde Daniel Schmid ein Ehrenleopard verliehen. Die Satire wurde zu seinem erfolgreichsten Film. Darin nimmt er mit seinem Drehbuchautor Martin Suter anhand einer Affäre um ein russisches Callgirl die Rütli- und Réduit-Szene der Schweizer Politik auf die Schippe. Schmids Satire ist aber keineswegs giftig, sondern in seinen eigenen Worten eine «Liebeserklärung an das Land, in dem wir aufgewachsen sind und das uns geprägt hat».