Das Fräulein

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Drei Frauen aus dem ehemaligen Jugoslawien treffen sich in Zürich: drei Schicksale, drei Entscheidungen - das mehrfach preisgekrönte Debüt der Schweizer Regisseurin Andrea Staka.

Ruza (Mirjana Karanovic), 50 Jahre alt, kam vor 25 Jahren voller Hoffnung auf ein neues und besseres Leben aus Belgrad in die Schweiz. Heute hat sie nur noch eine Passion, das Geld. Ruza besitzt eine Betriebskantine in Zürich, die sie mit strenger Hand und gutem finanziellen Erfolg führt. Ihr Leben verläuft in geordneten Bahnen und besteht aus geregelten Abläufen: die Arbeit in der Kantine, das Zählen der Tageseinnahmen im Büro, das Abendbrot in ihrer kleinen Zürcher Wohnung. Ruza hat sich in der Schweiz eine Existenz aufgebaut und denkt nicht daran, in ihre Heimat Serbien zurückzukehren.

Ganz anders als Mila (Ljubica Jovic), 60, ihre langjährige Angestellte, die mit ihrer Familie seit Jahrzehnten in der Schweiz lebt und hart arbeitet, um sich bald den Traum vom eigenen Haus in Kroatien erfüllen zu können.

Das geregelte Leben der beiden Frauen und der Alltag in der Kantine geraten aus den Fugen, als die 22-jährige Ana (Marija Skaricic) aus Sarajevo auftaucht. Ana, lebenshungrig, schön und eigenwillig, streift ziellos umher, auf der Flucht vor ihrer eigenen Vergangenheit: Der Krieg in Bosnien hat tiefe Spuren in ihr hinterlassen, die sie mit ihrer lauten und frohen Art zu überspielen versucht. Ana muss den Job in der Kantine aus Geldnot annehmen, sie arbeitet gut, stellt jedoch Ruzas strikte Ordnung in Frage. Nachts streift Ana, die ihre Obdachlosigkeit in der Kantine verheimlicht, allein durch die Stadt und sucht Unterschlupf und Nähe bei wechselnden Männerbekanntschaften.

Ruza fühlt sich von Anas Impulsivität und Direktheit in ihrer Ruhe bedroht, gleichzeitig von der Lebensfreude der jungen Frau angezogen. Nicht zuletzt erinnert Ana sie daran, wie sie selbst einmal war. Währendessen ist Mila beleidigt, weil Ana Ruzas ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, und sie sich auch zu Hause unverstanden fühlt. Bei der Überraschungsparty in der Kantine, die Ana für Ruzas Geburtstag organisiert, spitzen sich die schwelenden Konflikte zwischen den drei Frauen zu.

Dies gibt den Anstoss zu einer Reihe von Veränderungen: Ruza öffnet sich, tanzt zu Volksmusik, lacht und amüsiert sich. Am nächsten Morgen wacht sie nicht nur mit einem Kater auf - die Party hat auch ihren Blick auf das eigene Leben verändert, ihr Appetit auf ein farbigeres, reicheres Leben jenseits der Routine ihres Alltags ist geweckt. Zwischen den beiden eigenwilligen Frauen entsteht langsam eine Freundschaft. Dennoch bleibt eine gewisse Distanz zwischen ihnen bestehen: Ruza wagt nicht, sich ganz zu öffnen, und Ana hat ein Geheimnis, dem sie sich selbst nicht stellen will.