Der Kreis

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Ernst und Röbi lernen sich in den 50er-Jahren in der Homosexuellenorganisation «Der Kreis» kennen. Sie erleben Blütezeit und Zerschlagung dieses europaweit einzigartigen Wegbereiters der schwulen Emanzipation und lassen sich 2003 als erstes gleichgeschlechtliches Paar in der Schweiz trauen.

Zürich, 1958: Der schüchterne Lehrer Ernst Ostertag wird Mitglied der Schweizer Schwulenorganisation «Der Kreis». Dort lernt er den Travestie-Star Röbi Rapp kennen - und verliebt sich unsterblich in ihn. Das ist der Anfang einer Liebesbeziehung, die ein ganzes Leben lang halten wird. Während Röbi als Coiffeur arbeitet und für den nächsten Ball probt, fiebert Ernst seiner Festanstellung am Mädchengymnasium «Hohe Promenade» entgegen. Dabei muss sich Ernst zwischen seiner bürgerlichen Existenz und dem Bekenntnis zur Homosexualität entscheiden, für Röbi geht es um die erste seriöse Liebesbeziehung.

Doch plötzlich erschüttern zwei Morde im Schwulenmilieu die Stadt. Innert kurzer Zeit verändert sich das Klima radikal. Die Polizei verschärft ihre Gangart. Um die legendären Bälle zu verhindern wird ein Tanzverbot für Männer erlassen. Die Empörung im Kreis ist riesig. Die jüngeren Mitglieder veranstalten trotzdem ein Tanzfest in Marys Bar. Dort singt Röbi erstmals ein Lied, das Ernst für ihn geschrieben hat. Doch da wird die Bar von der Polizei gestürmt. Während die Repressionen gegenüber Schwulen in Zürich immer massiver werden, kämpfen die zwei jungen, sehr unterschiedlichen Männer um ihre Liebe und - zusammen mit ihren Freunden - um die Rechte der Schwulen.

Die Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm ist dem Schweizer Regisseur Stefan Haupt vollumfänglich gelungen. Mit viel Feingefühl werden die Kommentare und Erklärungen des echten Ernst Ostertag und Röbi Rapp in die Geschichte verwoben. Der Charme und der Lebensmut der heute über 80-jährigen Protagonisten reisst mit und verleihen dem cineastischen Zeitdokument Tiefe.