Die Schweizermacher

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Die Beamten Bodmer (Walo Lüönd) und Fischer (Emil Steinberger) mischen sich folgenreich ins Privatleben einbürgerungswilliger Ausländer ein. Zeitlos aktuelle Politkomödie aus dem Jahr 1978. Regie führte Rolf Lyssy.

Max Bodmer (Walo Lüönd) und Moritz Fischer (Emil Steinberger) sind Beamte der besonderen Art. Als Polizisten stehen sie im Dienst der Einbürgerungsbehörde und haben auf Herz und Nieren all jene zu prüfen, die sich um einen Schweizer Pass bewerben. «Fleissig, ordentlich, ruhig, anständig, sauber, wehrhaft, integer, neutral und vaterlandsliebend» sollen sie sein, die Aspirantinnen und Aspiranten auf lebenslangen Wohnsitz plus Stimmrecht in eidgenössischen Gefilden. Da ist kein Abfallsack zu klein, keine Fahnenstange zu hoch und kein Fondue zu heiss, um nicht exakt inspiziert und bewertet zu werden.

Könnte der italienische Konditor Grimolli (Francesco Caramaschi) samt Gattin (Silvia Jost) allenfalls an einer Demonstration teilnehmen? Ist die Gesinnung von Doktor Stark (Wolfgang Stendar) und seiner Gattin (Hilde Ziegler), die sie mit Fondue und Schweizer Fahne offenkundig machen, tatsächlich echt? Und wie steht es mit der Moral der jugoslawischen Tänzerin Milena Vakulic (Beatrice Kessler)? Bodmer bleibt dem Ernst seines Amtes bis zum unerbittlichen Ende treu, wird sicher schon morgen wieder irgendwo inspizieren, taxieren und nörgeln. Fischer dagegen entdeckt, dass das Leben auch unbeschwertere Seiten bereithält. Er schlägt sich auf die Seite der hübschen Balletteuse und verlässt mit ihr die Schweiz.

«Die Schweizermacher» wurde zum Synonym für das nationale Erfolgsprodukt. Dass der Film so einschlug, war sicher dem witzigen Drehbuch (zum grossen Teil ebenfalls von Rolf Lyssy), genau so sehr aber den beiden Hauptdarstellern zu verdanken. Walo Lüönd (1927 bis 2012) und Emil Steinberger (geboren 1933), der versierte Schauspieler und der Kabarettist ohne höhere Theaterweihen, ergänzten sich perfekt und verhalfen dem Film mit ihrer exakt temperierten Spiellaune zu Glanzpunkten, wie man sie selbst im klassischen Schweizer Film nur selten findet.