Es geschah am hellichten Tag

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Ein kleines Mädchen wird ermordet. Ein schuldloser Hausierer wird als möglicher Täter verhaftet und bringt sich um. Der Fall wird darauf zu den Akten gelegt. Nur Kommissar Matthäi gibt nicht auf. Nach einem Originaldrehbuch von Friedrich Dürrenmatt aus dem Jahr 1958.

In einem Wald macht der alte Hausierer Jacquier (Michel Simon) eine grausige Entdeckung: die Leiche des neunjährigen Gritli Moser. Alle Spuren verweisen auf einen Mörder, der schon zwei gleichaltrige Mädchen auf dem Gewissen hat, ohne dass man ihn bisher fassen konnte. Der Hausierer, kein ganz unbescholtener Mann, wird selber der Tat verdächtigt. Kommissar Henzi (Siegfried Lowitz) treibt ihn beim Verhör in die Enge. Da erhängt sich Jacquier in der Zelle. Dies wertet man bei den Behörden als Geständnis und legt den Fall ad acta.

Nur Matthäi (Heinz Rühmann), ein erfahrener Kriminalkommissar auf dem Karrieresprung ins Ausland, glaubt nicht an Jacquiers Schuld und fahndet auf private Initiative weiter. Eine Frau, die Schokoladetrüffel isst, erinnert ihn an eine Zeichnung des ermordeten Mädchens: ein mächtiger Zauberer, aus dessen Hand stachelige Bällchen fallen, dazu ein schwarzes Auto, ein Käfer mit Hörnern und eine Kasperlifigur. Die neue Spur verdichtet sich. Besessen vom Wunsch, den Kindermörder zu überführen, greift Matthäi zu einem fragwürdigen Mittel: Er benutzt ein kleines Mädchen als Köder und geht noch einmal auf die Jagd.

Heinz Rühmann verkörpert den Einzelgänger Matthäi, der nicht locker lassen kann. Für den Hauptdarsteller in vielen Schmunzelkomödien brachte diese Rolle den Wechsel ins erste Fach. Sie bedeutete ihm viel. «Mein schönster Auftrag seit Langem», kommentierte er den Film. Weniger glücklich war Friedrich Dürrenmatt - sein Todestag jährt sich am 14. Dezember 2015 zum 25. Mal - über das Ergebnis. Er und Produzent Lazar Wechsler (Praesens Film Zürich) hatten sehr verschiedene Auffassungen von einem erfolgreichen Kinofilm. Dürrenmatt schrieb darum in der Folge das Drehbuch nach seinen eigenen Vorstellungen zu einem Roman um. Er wurde als «Das Versprechen» veröffentlicht.