Giochi d'estate - Sommerspiele

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Zwei Familien verbringen den Sommer auf einem Campingplatz in der Toskana. Während die Eltern ihre Beziehungskämpfe austragen, messen sich die Kinder heimlich in Machtspielen. Preisgekröntes Drama.

Nur der Kinder wegen fahren Vincenzo (Antonio Merone) und Adriana (Alessia Barela) gemeinsam in den Campingurlaub an der toskanischen Küste. Ihre Ehe steht vor dem Aus, denn Adriana hat die Nase voll von der Brutalität ihres Mannes. Ihr zwölfjähriger Sohn Nic (Armando Condolucci) mag das Drama ebenfalls nicht mehr mitansehen. Er geht den Eltern aus dem Weg und versucht auch seinem kleinen Bruder Agostino (Marco D'Orazi) die Streitereien der Eltern zu ersparen.
Am Strand lernen die Teenager zwei Mädchen kennen: Marie (Fiorella Campanella) und ihre jüngere Cousine Patty (Chiara Scolari), die hier auch Ferien machen, haben sich mit Lee (Francesco Huang), dem Sohn des koreanischen Ladenbesitzers auf dem Campingplatz, angefreundet. Bald streifen die fünf Kids gemeinsam durch die Gegend und entdecken eine Hütte, die sie zu ihrem Schlupfwinkel vor der Welt der Erwachsenen machen. Marie nimmt ihrer Mutter (Roberta Fossile) übel, dass sie ihr nie gesagt hat, warum deren Mann vor Jahren die Familie verlassen hat. Nun vermutet Marie ihren Vater im nahen Ort Santo Stefano und will ihn dort aufspüren.
In der Hütte widmen sich die Kinder Spielen und Mutproben, die immer bedrohlichere Züge annehmen. Nic hat Gefühle für Marie entwickelt, doch es fällt ihm schwer, diese positiv auszudrücken; zu sehr ist bei seinen Eltern Liebe mit Hass und Gewalt verquickt. Tatsächlich vergreift sich Vincenzo auch in diesem Urlaub an Adriana, die jedoch bei einem Zeltnachbarn (Aaron Hitz) Unterstützung findet. Während sich der Konflikt seiner Eltern zuspitzt, sucht Nic nach einer Möglichkeit, Maries Traum von einem Wiedersehen mit ihrem Vater zu verwirklichen.

Über die Produktion

Der italienischstämmige Schweizer Filmemacher Rolando Colla hat sich mit Spielfilmen wie «Oltre il confine» und «L'autre moitié» sowie der politisch engagierten Kurzfilmreihe «Einspruch I-VI» einen Namen gemacht. In «Giochi d'estate» schöpft der Cineast aus seinem eigenen Leben: Der rabiate Vincenzo - eindrucksvoll verkörpert von Antonio Merone -  ist teilweise Collas Vater nachempfunden. Einfühlsam zeichnet der Film die Figur des heranwachsenden Nic, der dem Ehekrieg der Eltern auszuweichen versucht und gleichzeitig mit den emotionalen Turbulenzen seiner Pubertät klarkommen muss.

«Giochi d'estate» gemahnt streckenweise an René Cléments Klassiker «Jeux interdits» (1952), in dem zwei Kinder in Kriegszeiten makabre Spiele erfinden, die das tödliche Treiben der Erwachsenen spiegeln. Collas Film gewann den Zürcher Filmpreis und drei Schweizer Filmpreise, darunter einen für die sinnliche Bildgestaltung durch den Kameramann Lorenz Merz. Überdies war der Film weltweit an über zwanzig Festivals zu sehen, auch in Venedig und Toronto, und wurde 2012 als Schweizer Kandidat für den Oscar eingereicht.

SRF zeigt die Free-TV-Premiere von «Giochi d'estate - Sommerspiele» wahlweise in der deutschen Synchronfassung oder als Hörfilm.