Giulias Verschwinden

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Dem eigenen Alter begegnet man am besten mit einer Prise Humor. Den Beweis dafür liefert Christoph Schaubs unterhaltsame Komödie über das Altwerden.

Ausgerechnet an ihrem 50. muss es Giulia (Corinna Harfouch) am eigenen Leib erfahren: Alter macht unsichtbar. Aus Frust geht sie shoppen und trifft dabei einen Fremden (Bruno Ganz), mit dem sie den Abend lieber verbringt als mit ihrer Geburtstagsgesellschaft.

Diese wartet, frisch aufgebrezelt, wohlriechend und die Zeichen des Alters weggeschminkt, im Restaurant auf Giulia und sinniert angeregt über zunehmende Jahrringe. Die Wahr- und Weisheiten ihrer engsten Freunde zum Thema Alter werden zusehends mit genügend Alkohol konserviert.

Auch Jessica (Elisa Schlott) und Fatima (Hannah Dietrich), beide 14, shoppen - allerdings auf ihre Weise. Sie suchen ein Geburtstagsgeschenk und «finden» goldene Turnschuhe für den 18jährigen Schwarm ihrer Herzen. Doch dem Ladendetektiv entgehen sie nicht. Cornelia (Susanne-Marie Wrage) und Max (Samuel Weiss), die geschiedenen Eltern von Jessica, stehen vor den Trümmern ihres aufgeschlossenen Sorgenkonzeptes, als sie ihr Kind auf dem Polizeiposten abholen müssen. Wer ist schuld, dass die Tochter offensichtlich zu einer verlorenen Jugend gehört?

Über den Verlust der Jugend schmollt derweil Leonie (Christine Schorn), die sich an ihrem 80. Geburtstag gegen ihre Tochter, gegen die Altersresidenz, die Konventionen und gegen das Altsein auflehnt und ihre eigene Geburtstagsparty genussvoll sabotiert.

Der Regisseur: Christoph Schaub, geboren 1958 in Zürich, hat sich autodidaktisch ausgebildet und realisiert seit 1984 Spiel- und Dokumentarfilme sowohl für das Fernsehen als auch für das Kino. Er ist der Regisseur der Publikumserfolge «Sternenberg» und «Jeune Homme». Sein letzter Film «Happy New Year» erhielt vier Nominationen für den Schweizer Filmpreis und wurde unter anderem am Internationalen Filmfestival in Moskau 2009 und in Locarno in der Sektion «Appellations Suisses» gezeigt.

Der Drehbuchautor: Martin Suter ist durch seine geistreich-unterhaltsamen Kolumnen und Romane einem breiten Publikum bekannt. Er observiert in seinen pointierten Dialogen die Sehnsucht, ewig jung bleiben zu wollen - von der Pubertät bis ins Seniorenalter.