Henry Dunant - Rot auf dem Kreuz

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Traumatisiert von der Schlacht von Solferino, wird der junge Genfer Henry Dunant (1828 bis 1910) zum engagierten Humanisten und schliesslich zum Gründer des Internationalen Roten Kreuzes. SRF 1 zeigt den Film im Rahmen einer Spielfilm-Reihe zum SRF 1 - Thema «Die Schweizer».

Der junge Genfer Kaufmann Henry Dunant (Thomas Jouannet) verwaltet in Algerien die Mühlen des befreundeten Investors Bourg-Thibourg (Vania Vilers). Wegen anhaltender Dürren entschliesst sich der mitfühlende Dunant, für die geplagte Bevölkerung einen Staudamm bauen zu lassen. Weil die Kolonialbehörde nicht handelt, reist Dunant kurz entschlossen nach Frankreich, um direkt bei Kaiser Napoléon III (Tom Novembre) zu intervenieren. Da der Kaiser in Norditalien Krieg gegen die Österreicher führt, folgt Dunant den kämpfenden Truppen.

In der Nähe des Städtchens Solferino gerät er unvermittelt auf ein Schlachtfeld und erlebt unter Schock, wie Tausende verwundeter Soldaten beider Lager hilflos zurückgelassen werden. Er vergisst seine Pläne und versucht - gemeinsam mit dem Genfer Arzt Louis Appia (Vincent Winterhalter) - so viele Verletzte wie möglich zu bergen und sie in Kirchen und Schulen zu betreuen. Dabei macht er keinen Unterschied zwischen Freund und Feind, ganz im Gegenteil: Mit dem Satz «Wir sind alle Brüder» erobert er die Herzen und gewinnt die Mithilfe der italienischen Bevölkerung.

Das Grauen des Krieges

In seinen Briefen an die Genfer Krankenschwester Cécile Thuiller (Emilie Dequenne) schildert er das Grauen und die Hilflosigkeit angesichts der katastrophalen Situation. Während Cécile einen Hilfskonvoi mit Ärzten und Pflegerinnen organisiert, veröffentlicht sein Freund, der Journalist Samuel Lowenthal (Pascal Vincent), die Briefe in anonymisierter Form. Doch die französischen Offiziere haben wenig Verständnis für Dunants Aktivitäten. Sie verbrennen sein Tagebuch und zwingen ihn, innert Tagesfrist Italien zu verlassen.

Verzweifelt sucht Dunant nach einem Weg, die verletzten Österreicher zu evakuieren, bevor sie den Franzosen in die Hände fallen. Mit Blut malt er riesige rote Kreuze auf Verbandstoff und Leintücher und führt die Verwundeten sowie die Helfer dank dieser Fahnen mitten durch ein Schlachtfeld in Sicherheit. Von nun an wird Dunant nicht aufgeben, seine Vision einer effizienten Hilfsorganisation in die Tat umzusetzen, getreu seinem Motto: «Seuls ceux qui sont assez fous pour penser qu'ils peuvent changer le monde y parviennent!» (Nur wer genügend verrückt ist, zu meinen, er könne die Welt verändern, erreicht das auch).

Internationale Koproduktion

«Henry Dunant - Rot auf dem Kreuz» war 2006 die bis dahin teuerste Fernsehfilmproduktion der Télévision Suisse Romande. An der internationalen Koproduktion haben sich auch Frankreich, Österreich und Algerien und - zum ersten Mal - die EBU, die Europäische Rundfunk-Union, selbst beteiligt. Regie führte der Schweizer Dominique Othenin-Girard, der sein Metier während 18 Jahren in Los Angeles gelernt und dort unter anderem im Horror-Genre gearbeitet hat. Seit seiner Rückkehr nach Europa hat Othenin-Girard mehrheitlich Fernsehfilme gedreht. Mit der Grossproduktion «Henry Dunant - Du Rouge sur la Croix», so der Originaltitel, konnte der Regisseur ein Projekt verwirklichen, das ihm schon seit Jahren vorgeschwebt hatte. Zuletzt realisierte er vier Folgen der SRF-Themen-Reihe «Die Schweizer» in deren Rahmen nun auch «Henry Dunant - Du Rouge sur la Croix» zu sehen ist.