Kinder der Berge

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Im Alpendorf Triesenberg träumt ein armer Strassenarbeiter von einer Karriere als Schnitzer und seine Frau vom Leben als Bäuerin. Doch die erste eigene Kuh macht ihnen lange das Leben schwer - bis auf der Alp ein Wunder geschieht. Mundartfilm mit Maximilian Schell und Heinrich Gretler.

Josef Rainer (Maximilian Schell) ist Strassenarbeiter in einem Liechtensteiner Bergdorf. Um das karge Haushaltgeld aufzubessern, serviert seine Frau Marianne (Barbara Rütting) im Restaurant. Manche fragen sich, warum sie den armen Schlucker geheiratet hat, obwohl sie es bequemer hätte haben können. Doch Marianne hält treu zu Josef, der jede freie Minute auf seine Schnitzereien verwendet. Aus Baumwurzeln erarbeitet er fantasievolle Gebilde, für die man aber im Dorf nur Spott übrig hat.
Traumziel der Familie ist eine eigene Kuh, das Grundpfand für mehr Unabhängigkeit. Darum kratzt Josef eines Tages alle Ersparnisse zusammen und geht auf den Viehmarkt. Hier lässt er sich ein mageres, kränkliches Tier aufschwatzen - zu mehr reicht das Geld einfach nicht. Die Kinder aber schliessen die Kuh ins Herz, Hansli (Martin Rotfuchs) tauft sie gar nach seiner kleinen Freundin Ludmila (Elke Aberle). Wenig später stürzt Vater Josef in den Bergen ab und ist lange arbeitsunfähig. Und so soll Ludmila, die keine Milch gibt und die Familie zusätzlich belastet, geschlachtet werden. Doch Hansli will das verhindern und treibt Ludmila heimlich auf die Alp. Und dort geschieht so etwas wie ein Wunder.
Paul Gallico, als Kind einer europäischen Emigrantenfamilie in New York geboren und in den USA zu Weltruhm gekommen, lieferte mit seinen Bestsellern Vorlagen zu vielen Erfolgsfilmen, von «Die Höllenfahrt der Poseidon» bis zu «Ein Kleid von Dior». Während vieler Jahre hat er im Ländle gelebt. Hier ist auch seine Erzählung «Ludmila» angesiedelt, die 1958 als liechtensteinisch-schweizerische Koproduktion verfilmt wurde. Für die Dialoge der schweizerdeutschen Fassung war Werner Wollenberger verantwortlich, und Max Haufler besorgte die Dialogregie.
Auch Regisseur Georg Tressler war kein Unbekannter. Seit 1949 hatte er in Deutschland eine Reihe von Filmen inszeniert, darunter 1956 mit «Die Halbstarken» einen der erfolgreichsten und meistdiskutierten Streifen der 1950er-Jahre. «Kinder der Berge» brachte neben Maximilian Schell und Barbara Rütting eine Reihe von Schweizer Charakterdarstellern auf die Leinwand, unter ihnen Heinrich Gretler, Max Haufler, Ellen Widmann, Alfred Rasser, Emil Hegetschweiler und Leopold Biberti.