Nacht der Gaukler

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Koska wird Zeuge eines Attentats. Als er entdeckt wird, beginnt eine Jagd auf Leben und Tod. Rasantes Début von Michael Steiner («Sennentuntschi») mit Pascal Ulli.

Klaus Koska (Pascal Ulli) ist ein braver Revisor, dessen Phantasie sich kaum über buchhalterische Probleme hinaus erstreckt. Selbst mit seiner Nachbarin, der blonden Tänzerin Marlene (Ingrid Sattes), die offenbar von ihm angetan ist, mag er nicht richtig flirten. Doch eines Tages wird Koskas ordentliches Leben gehörig aus der Bahn geworfen: In einer Fabrikhalle wird er Zeuge, wie der Verteidigungsminister Horvath von mysteriösen Gestalten in Gauklerkostümen kaltblütig erschossen wird.

Nur knapp entkommt Koska den Mördern, doch als er die Bluttat bei der Polizei meldet, schlägt ihm Misstrauen entgegen. Verzweifelt sucht Koska Zuflucht in seiner Wohnung. Dort aber steht plötzlich eine grosse Kiste, über deren Inhalt der geplagte Revisor sich nun rabenschwarze Gedanken macht. Koska ahnt nicht, dass Horvath das Opfer des machthungrigen Justizministers Lubitsch (Hans-Peter Ulli) geworden ist. Dieser will den politischen Mord fiktiven Terroristen in die Schuhe schieben und sich zum Alleinherrscher aufschwingen. Nur ein Mensch bietet Koska Hilfe an: Marlene. Aber in seinem Verfolgungswahn hat Koska Mühe, ihr zu trauen. Wenn einer in der Schweiz einen Film machen will, beschreitet er meist den Weg durch die Förderungsinstitutionen.

Mit dem Drehbuch zu ihrem Erstlingsprojekt «Nacht der Gaukler», das fern von hehren Kunstambitionen primär unterhalten wollte, blitzten Autor Jürg Brändli und die Koregisseure Michael Steiner und Pascal Walder bei Bund und Fernsehen jedoch ab. Also kratzten sie unverdrossen ihr kleines Budget anderweitig zusammen und drehten grosse Teile ihres Films in Budapest, wo sie mehr für ihr weniges Geld bekamen. Das Resultat kann sich sehen lassen, und Derek Elley vom renommierten Branchenblatt «Variety» attestierte dem kafkaesken Paranoia-Thriller «mehr Energie und Einfallsreichtum als in einer ganzen Jahresproduktion des Schweizer Filmschaffens».