Hoffnung für Gelähmte – Martin Schwab, Neurowissenschaftler

Video «Hoffnung für Querschnittgelähmte - (22) Martin Schwab, Neurowissenschaftler (alt)» abspielen

«Ich wollte eigentlich immer Forscher werden – ein Forscher, der in den Urwald geht oder unbekannte Kontinente erforscht», sagt der Neurowissenschaftler Martin Schwab. «Heute sagt man richtig, dass unser Gehirn einer der letzten, grossen unbekannten Kontinente ist.»

Mit seiner Arbeit weckt Martin Schwab viel Hoffnung. Jeden Tag erreichen ihn ein bis zwei E-Mails von Betroffenen, von Menschen mit Querschnittlähmung. Die Fragen gleichen sich: Wo steht die Forschung? Wann gibt es Heilung?

Lange Zeit galt es als sicher, dass durchtrennte Nervenfasern im Rückenmark nie wieder nachwüchsen und für querschnittgelähmte Patienten somit keine Heilungschancen bestünden. Martin Schwabs Entdeckung eines körpereigenen Nervenwachstumshemmstoffs war dann aber der Grundstein für eine wegweisende und erfolgsversprechende Regenerationstherapie.

Inzwischen gehört Schwab zur internationalen Elite der Neurowissenschaftler: Er steht an der Spitze des Instituts für Hirnforschung und des Zentrums für Neurowissenschaften der Universität und der ETH Zürich. Beharrlichkeit und Offenheit gegenüber Neuem möchte Martin Schwab aus seiner eigenen Erfahrung heraus den jungen Forscherinnen und Forschern an seinem Institut weitergeben, «und einen Sinn für Kreativität», doppelt der bekennende Kunstliebhaber nach. In der Wissenschaft gelte es – wie in der modernen Kunst auch –, durch schrittweise Abstraktion zu einem allgemeingültigen Grundprinzip zu gelangen.