Was die Welt zusammenhält – Felicitas Pauss, Teilchenphysikerin

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Felicitas Pauss erforscht, was die Welt zusammenhält: Sie ist Teilchenphysikerin an der ETH Zürich und am Cern. Als sie am Morgen des 2. Mai 1983 ihren Dienst bei Genf antrat, merkte sie sogleich, dass etwas anders war als sonst.

Gestikulierend und diskutierend drängelten sich ihre Kollegen im Kontrollraum, der sonst um diese Zeit nur spärlich besetzt ist - nicht so bei dieser Frühschicht. In der Nacht waren Spuren eines bisher noch nie beobachteten Teilchens gesichtet worden. Felicitas Pauss gehörte zur Forschergruppe, die damals das sehnlichst erwartete Z-Boson entdeckte. Diese Entdeckung erklärt fundamentale Fragen der Teilchenphysik und gibt Hinweise darauf, was die Welt im Innersten zusammenhält.

«Schon in der Schule haben mich die Grundbausteine der Materie interessiert», erzählt die gebürtige Österreicherin. Und so siegte ihre Neugier über ihr musikalisches Talent: Statt Geige, Klavier oder Querflöte studierte sie in Graz Theoretische Physik und Mathematik.

Heute ist Felicitas Pauss Professorin an der ETH Zürich und Projektleiterin für eines der wichtigsten Experimente am neuen Teilchenbeschleuniger LHC des Cern - eine der komplexesten Wissenschaftsmaschinen aller Zeiten. Nach nun mehr als zehn Jahren Planungs- und Bauzeit ist der LHC (Large Hadron Collider) im Jahr 2008 in Betrieb genommen worden, musste aber bald danach für einige Zeit wieder abgeschaltet werden. «Mit dem LHC wollen wir eine der offenen Fragen beantworten, warum Teilchen überhaupt eine Masse haben», sagt Felicitas Pauss: «Das heisst auch, warum Sie und ich und alles, was uns umgibt, eine Masse hat.» Wieder bricht für Felicitas Pauss eine Zeit der Entdeckungen an.