Von Nukus in Usbekistan nach Osh in Kirgistan

Von geretteter Kunst, subventionierten Volkskultur, historischen Stätten, gesponsorten Massenhochzeiten, verfolgten Minderheiten und machtlosen Drogenfahndern

Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein grosses Abenteuer: Er bereist eine der Nordrouten der Seidenstrasse, von Venedig nach Xi‘an. Die fünfte Etappe führt von Nukus in Usbekistan nach Osh in Kirgistan, mit einem Abstecher nach Tadschikistan.

Gerettete Kunst

Igor Savitsky (1915 - 1984) rettete nicht nur die karakalpakische Volkskultur in Usbekistan, sondern auch die Werke der kritischen russischen Avantgarde, die von den Sowjets verboten wurde. Savitsky trickste Moskau aus, in dem er die „entartete“ Kunst mit Staatsgeldern heimlich sammelte. Die charismatische Direktorin Marinika Babanazarova zeigt Peter Gysling die Schätze des Savitsky Museums.

Subventionierte Volkskultur

Der sympathische Töpfer Abdullo Narzullaev betreibt in sechster Generation das Volkshandwerk von Gizhduvan. Abdullo verrät Peter Gysling das Geheimnis der Koschuny, der farbigen Kacheln, die viele berühmte Denkmäler zieren. In der Keramik gibt es keine Nebensächlichkeiten, schwärmt Abdullo, alles wird mit grosser Aufmerksamkeit und Hingabe getan.

Historische Seidenstrasse

Peter Gysling besucht in Khiva, Bukhara und Samarkand die berühmten Stätten der Seidenstrasse, unter anderem den beeindruckenden Registan in Samarkand. Und erfreut sich an einer farbenprächtigen Kombination aus Modeschau und Volkstanz in Bukhara.

Kritischer Journalist

Seit der Unabhängigkeitserklärung von 1991 regiert Präsident Islom Karimov den Staat Usbekistan. Die Verfassung basiert offiziell auf Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Marktwirtschaft, in der Realität weist die Demokratie jedoch erhebliche Defizite auf. Peter Gysling trifft sich mit dem unerschrockenen Journalisten Alexej Wolossewitsch, der das usbekische System heftig kritisiert.

Gesponsorte Massenhochzeit

Die staatliche Stiftung der Präsidententochter Gulnara Karimova tut eigennützig Gutes: minderbemittelte Paare und Waisen aus ländlichen Dörfern bekommen eine Hochzeit geschenkt, inklusive Mitgift und Brautkleid, entworfen von Gulnara, die mit ihrer Gulibrand-Produktepalette gutes Geld verdient. Die Fernsehcrew beobachtet den streng organisierten schönsten Tag von 9 Paaren im Dorf Yangyer.

Verfolgte Minderheit

2010 attackierten kirgisische Nationalisten die usbekische Minderheit in der südlichen Stadt Osh. Der Pogrom forderte zahlreiche Menschenleben, mehrere Quartiere wurden abgebrannt. Peter Gysling trifft eine usbekische Grossfamilie, die heute mit Mühe und Not versucht, zu überleben und ihr Heim wieder aufzubauen.

Dunkle Drogenroute

Eine der dunklen Seiten der alten und neuen Seidenstrasse ist der Drogenschmuggel. Haschisch und Heroin werden in Zementsäcken, Mandeln oder Dörrfrüchten aus Afghanistan über Tadschikistan Richtung Norden geschmuggelt. Das TV-Team begleitet Drogenfahnder und Spürhunde in tadschikischen Grenzdörfern und in der Hauptstadt Duschanbe.