Von Sheki über Naftalan nach Baku in Aserbaidschan

Von traumhaften Teppichen, heilenden Ölbädern, riesigem Rohstoff-Reichtum, vergessenen Vertriebenen und hinreissenden Liebesgeschichten

Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein grosses Abenteuer: Er bereist eine der Nordrouten der Seidenstrasse, von Venedig nach Xi‘an. Die dritte Etappe führt durch Aserbaidschan, von Sheki über Naftalan nach Baku.

Traumhafte Teppiche

Aserbaidschan ist berühmt für seine Teppichtradition. Die Zeiten der kleinen Familienbetriebe sind allerdings vorbei. Peter Gysling besucht die privatisierte Seidenfabrik Sheki, einst die grösste Seidenproduktion der Sowjetunion. Heute arbeiten hier rund 900 Weberinnen, fertigen in Handarbeit Baumwoll- und Seidenteppiche nach traditionellen Vorlagen und bewahren so das kulturelle Erbe.

Heilendes Ölbad

In der Stadt Naftalan tritt das Schweröl ohne komplizierte Förderung an die Erdoberfläche. Das Kurbaden im schwarzen Gold ist seit Sowjetzeiten ein Hit: es hilft angeblich gegen Rheuma, Arthritis und Schuppenflechte. Das TV-Team gewinnt einen heiteren Einblick in die skurrile Welt der Ölwannen, in der ein Bademeister seinen Gast aufwändig vom Öl freischabt.

Vergessene Vertriebene

Die Fotografin Rena Effendi nennt man „das soziale Gewissen Aserbaidschans“. Sie dokumentiert in Bildern das Schicksal all jener, die trotz des Ölreichtums Armut leiden. Rena Effendi zeigt dem Fernsehteam ein Betonfabrik, in der Vertriebene aus Berg-Karabach leben. Sie warten seit Jahren darauf, von der Regierung menschenwürdiges Dach überm Kopf zu erhalten.

Mutige Blogger

Freie Wahlen, freie Medien gibt es nicht in Aserbaidschan. Als junger Mensch müsse man seine Wahl treffen, die schwerwiegende Konsequenzen haben kann: Zugunsten des autokratischen Präsidenten Aliyev - oder zugunsten einer ersehnten freien Demokratie. Peter Gysling trifft eine unerschrockene Gruppe aus der Blogger-Szene in Baku.

Hinreissende Liebesgeschichte

„Ali und Nino“ ist das aserbaidschanische Nationalepos, ein tragischer Liebesroman zwischen einer Christin und einem Muslim, an der Nahtstelle zwischen Europa und Asien. Das TV-Team portraitiert ein modernes junges interreligiöses Paar: wir lernen Natalja und Tural kennen, ihren Alltag und die kulturellen Hürden, die das Liebespaar im eurasischen Knotenpunkt Baku auch heute noch überwinden muss. Im Hintergrund und an verschiedenen Schauplätzen schwingt das Nationalepos immer mit.