Von Venedig in Italien bis nach Trabzon in der Türkei

Von geschichtsbewussten Kostümkünstlern, geschäftstüchtigen Chinesen, modernen und traditionellen Türken.

Peter Gysling nimmt das Fernsehpublikum mit auf ein grosses Abenteuer: Er bereist eine der Nordrouten der Seidenstrasse, von Venedig nach Xi‘an. Die erste Etappe führt von Venedig in Italien bis nach Trabzon in der Türkei.

Historische Kostüme

Am Startpunkt Venedig folgt Peter Gysling den Spuren Marco Polos. Sie führen zum quirligen Kostümdesigner Stefano Nicolao, der die Tradition historischer Kleider aufrecht erhält und für viele Kino-, Theater- und Opernproduktionen opulente Gewänder fertigt.

Geschäftstüchtige Chinesen

Während früher die venezianischen Kaufleute von Venedig nach Osten reisten, erobern heute die Chinesen Venedig - zumindest wirtschaftlich. Die reiche junge Unternehmerin Laura alias Xiao Fei Gao stammt aus Wen Zhou bei Shanghai. Die Mutter von zwei in Venedig geborenen Kindern besitzt die Pizzeria Oasi und zwei Kleiderläden in der Nähe des Markusplatzes. Die taffe Geschäftsfrau macht gute Geschäfte mit made in Italy, hält nicht viel von der italienischen Lebensart und pflegt lieber den Umgang mit Landsleuten.

Orientalische Musik

In Istanbul besucht Peter Gysling die Sängerin Yudum, die singt und Baglama spielt. Variationen dieses Saiteninstruments wurden als musikalisches Kulturgut entlang der ganzen Seidenstrasse verbreitet.

Städtisches Finanzzentrum

Im grossen Basar von Istanbul erlebt Peter Gysling den althergebrachten Handel: Billig einkaufen, teuer verkaufen, egal, woher die Ware stammt. Die moderne Türkei hingegen verkörpert der Familienkonzern von Mustafa Koç, der 85‘000 Menschen beschäftigt. Das Koç-Konglomerat baut jedes zweite Auto der Türkei, betreibt die einzige Ölraffinerie und die viertgrösste Bank des Landes. Nichts steht mehr für die aufsteigende Wirtschaftsgrossmacht Türkei als die Familie Koç, Inbegriff des türkischen Bürgertums, das sich an Europa orientiert.

Moderne Mutter

Im Zug von Sivas nach Erzurum lernt das Fernsehteam die sympathische Dilek Yaja kennen, Mutter eines 10-jährigen Kindes. In einem Fernkurs beschäftigt sich die Kopftuchträgerin mit Psychologie. Sie versteht sich als Muslimin, die selbstbewusst an ihrer Zukunft baut. Traditionell im Äussern, modern und aufgeschlossen in ihren Ideen.

Ländliche Tradition

Im kleinen Dorf Orta bei Erzurum arbeitet die Bauernfamilie Tikici hart für ihr täglich Brot, denn auch in Ostanatolien bedrohen billige Milch- und Fleischimportprodukte den lokalen Markt. Opa Lütfu wird noch solange von der Tochter Zuhal umsorgt, bis Sohn Yasin heiratet. Dann kann auch sie ihr eigenes Leben beginnen. Der rüstige Lütfu nimmt Peter Gysling mit zum Freitagsgebet in der Ulu Cami Moschee von Erzurum. Dort unterhält sich der reisende Reporter mit dem strenggläubigen Imam Abdelkadir Düzenli über die zentrale Rolle der Religion in der ländlichen Gesellschaft.