Alois Gutzwiler: «Mein Vater stand am Fenster und weinte»

Bei einem Besuch auf seinem Elternhof trifft Alois Gutzwiler 1938 den Tierarzt an. Das Vieh wurde von der Maul- und Klauenseuche heimgesucht, der Hof wird unter Quarantäne gestellt. Doch Alois Gutzwiler schleicht sich vom Hof, um seine Liebste zu treffen.

Der Rentner sitzt am Tisch in seiner Alterswohnung.
Bildlegende: Die Weltwirtschaftskrise prägte die Jugendjahre von Alois Gutzwiler. SRF/Jill Keiser

Diesen Juni wird Alois Gutzwiler 102 Jahre alt. Für SRF Musikwelle blickt er zurück auf sein Leben und lässt eindrückliche Erlebnisse Revue passieren. Dazu gehört zum Beispiel die Maul- und Klauenseuche von 1938, die auf dem Elternhof und vielen umliegenden Höfen ausgebrochen war. Der Behördenbefehl lautete, niemand verlässt einen verseuchten Hof. Doch Alois Gutzwiler wollte am Feierabend seine Frau treffen und widersetzte sich dem Befehl.

Schliesslich wurde ihm trotzdem die Aufsicht über den Hof auferlegt. Er musste alle Gebäude desinfizieren. Als besonders schlimm schildert Alois Gutzwiler den Moment, als die kranken Tiere abtransportiert wurden: «Mein Vater stand im Haus am Fenster und weinte».

Moderation: Jörg Stoller, Redaktion: Jill Keiser