Fussball-WM 1966: Die Nacht von Sheffield

Das Auftreten der Schweizer Fussball-Nationalmannschaft an der WM 1966 in England war desolat. Die drei Gruppenspiele endeten alle mit einer Niederlage. Auch das Torverhältnis von 1:9 widerspiegelte die trostlosen Leistungen.

Alfredo Foni (links), Coach der Schweizer Fussballnationalmannschaft, beobachtet ein Spiel am 11. November 1964 mit ernster Miene.
Bildlegende: Alfredo Foni (links), Coach der Schweizer Fussballnationalmannschaft, beobachtet ein Spiel am 11. November 1964 mit ernster Miene. Keystone

Gegen Deutschland ging die Schweiz mit 0:5 unter. Die Niederlage gegen Spanien war mit 1:2 knapp. Im letzten Gruppenspiel unterlag die Schweiz Argentinien mit 0:2. Diese drei Spiele wurden alle in Sheffield ausgetragen.

Ein Schauplatz, der unter dem Namen «Die Nacht von Sheffield» in die Schweizer Fussball-Geschichte eingegangen ist. Ersatz-Goalie Leo Eichmann, Verteidiger Werner Leimgruber und der 23jährige Aufbauspieler Köbi Kuhn brachten ihren Trainer in Rage. Sie liessen sich von ein paar Damen die Stadt zeigen und kamen mit Verspätung zurück ins Hotel. Trainer Dottore Alfredo Foni hatte dafür überhaupt kein Verständnis. Die drei Übeltäter wurden von der Mannschafts-Aufstellung gestrichen. Ein Erziehungs-Akt, der beinahe zur Staats-Affäre ausuferte, erinnert sich Sepp Renggli.

Wembley-Tor

Die Fussball-Weltmeisterschaft 1966 ist wegen des sogenannten Wembley-Tors berühmt-berüchtigt. Der Treffer zum 3:2 im Final zwischen England und Deutschland war umstritten. Geoff Hurst traf mit seinem Schuss die obere Latte, der Ball prallte auf die Torlinie. Schiedsrichter Gottfried Dienst anerkannte das Tor. Ein Fehl-Entscheid der während Jahren und Jahrzehnten zu reden gab

Autor/in: Sepp Renggli