«Land und Lüüt» 1971 zum Chalandamarz

Chalandamarz hat seinen Ursprung in zwei verschiedenen Bräuchen. Zum einen im Rechtsbrauch, am 1. März die Gemeindeämter neu zu besetzen. Zum anderen im rituellen Brauch, die Wintergeister zu vertreiben.

In der Sendung «Land und Lüüt» hat Burtel M. Bezzola im März 1971 die Hintergründe zum Engadinder Volksbrauch erklärt, dem Gemeinderecht und Fruchtbarkeits-Ritual zu Grunde liegen.

Rechtsbrauch

Der 1. März (bis Mitte vom 8. Jahrhundert stand dieses Datum für den Jahresbeginn) war früher für alle Dorfbewohner und ihre Würdenträger ein entscheidender Tag. An diesem Datum fand die wichtigste Jahresversammlung statt: die Jahresrechnung wurde vorgelegt, wichtige Probleme kamen zur Sprache, die Gemeindeämter wurden neu besetzt. Anschliessend versammelte sich das ganze Dorf zum Feiern.

Ritueller Brauch

Chalandamarz hat seinen Ursprung aber auch im früheren religiösen Denken und Leben einer Dorfgemeinschaft. Mit viel Lärm wollte man den harten Winter und seine Geister aus dem Tal vertreiben, damit auf Wiesen und Weiden wieder Gras wächst. Chalandamarz war also ursprünglich auch ein Fruchtbarkeitsritual.

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Autor/in: Burtel M. Bezzola