Olympische Sommerspiele Melbourne 1956

Vor 55 Jahren wurden in Melbourne die 16. Olympischen Sommerspiele eröffnet. Für die Schweiz waren 44 Athleten und eine Athletin selektioniert. Doch sie blieben alle in der Heimat. Der Eigenössische Turnverein beschloss die Spiele in Australien zu boykottieren.

Der Grund für den Boykott war der Ungarische Volksaufstand, der durch die Sojwets brutal niedergeschlagen worden war. Den Verzicht auf die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen begründete der Eidgenössische Turnverein folgendermassen: «Sport gegen die das ungarische Volk massakrierenden Sowjets ist eines Schweizer Turners unwürdig».

Sepp Renggli war trotzdem in Melbourne, sozusagen als Reporter ohne Aufgabe. Er hatte sich nämlich schon drei Wochen vor Beginn der Olympischen Sommerspiele auf die Reise gemacht, ferienhalber. Seine Reise führte in von Zürich nach Ägypten, es folgten Abstecher in den Irak, nach Indien, Singapur, Darwin und Sydney. Erst bei der Ankunft in Melbourne erfuhr er vom Schweizer Boykott.

Autor/in: Sepp Renggli