Puppenmutter Käthe Kruse

Käthe Kruse ist bis heute bekannt als Puppenmutter. Weil sie und ihr Mann den Kindern keine Puppen kaufen wollten, entwarf und nähte sie eigene. Diese einfachen Puppen wurden von den Kindern heiss geliebt.

 In den Werkstätten von Käthe Kruse in Donauwörth bemalt eine Mitarbeiterin mit sicherer Hand das Auge im Gesicht einer Puppe.
Bildlegende: In den Werkstätten von Käthe Kruse in Donauwörth bemalt eine Mitarbeiterin mit sicherer Hand das Auge im Gesicht einer Puppe. Keystone

Katharina Simon kommt 1883 als uneheliche Tochter einer Näherin zur Welt. Sie absolviert eine Schauspiel-Ausbildung und lernt 1901 den Bildhauer und Bühnen-Künstler Max Kruse kennen. Ein Jahr später kommt ihre gemeinsame Tochter Mari auf die Welt, zwei Jahre danach Tochter Sophie.

Puppen müssen weich und anschmiegsam sein

Max und Käthe Kruse halten nichts von handelsüblichen Puppen als Spielzeug für ihre Töchter. Deshalb entstehen unter Käthes kreativen Händen bald einmal eigene Puppen. Sie hat klare Vorstellungen, wie eine Puppe sein muss: weich, warm, anschmiegsam und auch ein bisschen schwer, so dass sie gut im Arm liegt.

Internationale Beachtung

1910 stellt Käthe Kruse ihre Puppen-Kreationen in einem Berliner Warenhaus aus. Zwei Grossaufträge aus Amerika ermöglichen ihr die Gründung eigener Puppen-Werkstätten in Bad Kösen.

Als Geschäftsreisende hält sie den persönlichen Kontakt zu ihren Kunden und schafft es nebenher, ihre inzwischen sieben Kinder grosszuziehen. Die Teilnahme an der Weltausstellung in Gent 1913 und der Pariser Weltausstellung 1937 stellen Höhepunkte in der Firmengeschichte dar.