Rasante Fahrt auf der Cresta Run

Offenbar langweilten sich die britischen Touristen 1885 im Engadin. Sie sehnten sich nach Abwechslung und Action. So bauten sie von St. Moritz nach Celerina einen Schlittelweg, aus blankem Eis, und nannten ihn Cresta Run.

Stürze sind auf dem Cresta Run in St. Moritz zwar keine Seltenheit, die meisten gehen aber glimpflich aus, aufgenommen am 7. Januar 2005 waehrend eines Trainingstages.
Bildlegende: Stürze sind auf dem Cresta Run in St. Moritz zwar keine Seltenheit, die meisten gehen aber glimpflich aus, aufgenommen am 7. Januar 2005 waehrend eines Trainingstages. Keystone

Mit dem Bau des Cresta Run wurde eine neue Sportart ins Leben gerufen: Skeleton. Bäuchlings auf dem Schlitten, raste man die 1,2 Kilometer lange Strecke von St. Moritz nach Celerina hinunter. Das legendären Cresta-Rennen, das «Grand National» wurde erstmals am 16. Februar 1885 ausgetragen. Zwei Jahre später wagte der erste Fahrer die Abfahrt liegend mit dem Kopf voran.

Frauen nur auf der Tribüne erwünscht

Die neue Sportart wurde in St. Moritz bis 1929 von Männern und Frauen ausgeübt. Nach einer Änderung der Statuten waren nur noch Männer auf dem Cresta Run zugelassen. Der Ausschluss der Frauen wurde folgendermassen begründet: die rasante Fahrt bäuchlings auf einem Schlitten könnte zu Brustkrebs führen oder von Frauen als Abtreibungsmittel missbraucht werden.

Sepp Renggli gibt einen geschichtlichen Überblick über Entstehung und Entwicklung des Cresta Run.

Autor/in: Sepp Renggli