Schweizer Eishockey-Geschichte

Am Freitag, 29. April startet in der Slowakei die Eishockey-Weltmeisterschaft. Erster Gegner für die Schweiz  ist Frankreich. Sepp Renggli erinnert sich im «Sinerzyt» an eine legendäre Kehrtwende in der Schweizer Eishockey-Geschichte.

Mannschafts-Aufstellung im Eishockey an den Olympischen Winterspielen 1928 in St. Moritz.
Bildlegende: Mannschafts-Aufstellung im Eishockey an den Olympischen Winterspielen 1928 in St. Moritz.

Das erste Eishockey-Spiel hat 1860 im kanadischen Kingston Harbour stattgefunden. Während Jahrzehnten dominierten die kanadischen Teams die europäischen Mannschaften nach Belieben. Bis 1928 kassierten die Kanadier auf europäischen Eis kein einziges Tor.

Doch dann schrieb der junge Davoser Hotel-Angestellte Toni Morosani Eishockey-Geschichte. Am 20. Februar 1928 erzielte er das erste Tor für eine europäische Klubmannschaft gegen Kanadas Nationalteam überhaupt.

Ein Tor für die Geschichtsbücher

Auf der Heimreise von den Olympischen Spielen in St. Moritz stellten sich die kanadischen Olympia-Goldmedaillengewinner dem HCD. Dem damals 21-jährigen Morosani gelang im Startdrittel der Ausgleich zum 1:1. Der historische Treffer wurde von den Chronisten wie folgt überliefert: «Morosani übernahm einen Pass von Luzius Rüedi, worauf der die kanadischen Verteidiger Fisher und Taylor düpierte. Drei Meter vor dem als praktisch unbezwingbar geltenden Torhüter Sullivan stoppte Morosani, und er schlenzte den Puck am verdutzten Goalie vorbei ins Netz.»

Schlussendlich verlor Davos die Partie doch noch mit 1:6. Torschütze Morosani wurde später Hotelier und Präsident des HC Davos.

Autor/in: Sepp Renggli