Totale Sonnenfinsternis von 1952

«Hoch am Himmel steht nur noch eine schmale Sichel der Sonne... noch neun Minuten bis zur totalen Verfinsterung», erzählt Professor Max Waldmeier in seinem Bericht. 1952 war er zur Beobachtung einer totalen Sonnenfinsternis in den Sudan gereist.

Die Sonnenkorona ist die sehr dünne Atmospäre der Sonne. Von blossem Auge kann man sie nur zu Beginn und am Ende einer totalen Sonnenfinsternis sehen.
Bildlegende: Die Sonnenkorona ist die sehr dünne Atmospäre der Sonne. Von blossem Auge kann man sie nur zu Beginn und am Ende einer totalen Sonnenfinsternis sehen.

Auf dieses Ereignis hat Professor Max Waldmeier und sein Team zwei Jahre lang hingearbeitet. Am 25. Februar 1952 um 11 Uhr 09 war es dann soweit. In der sudanesischen Hauptstadt Khartum wurde die totale Sonnenfinsternis von einem Heer von Wissenschaftlern beobachtet.

Hervorragende Wetteraussichten, maximale Finsternisdauer und relativ gute Erreichbarkeit machten den Sudan zum Ziel vieler Wissenschaftler zur Beobachtung der Sonnenfinsternis. Sie war aus wissenschaftlicher Sicht wohl die bedeutendste der 1950er-Jahre. So wurden zum Beispiel erstmals Farbfilme der Korona und von Protuberanzen gedreht.

Die erste Sonnenfinsternis-Expedition von Max Waldmeier

Im Jahre 1949 entschloss sich Max Waldmeier eine Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsternis vom 25. Februar 1952 zu unternehmen. Sie diente der Korona-Forschung, die das Astrophysikalische Observatorium in Arosa seit 1938 betrieb. Als Beobachtungsort wurde die sudanesische Hauptstadt Khartum gewählt. Die Witterungsaussichten waren sehr günstig: Für den Finsternistag konnte mit hoher Wahrscheinlichkeit mit klarem Himmel gerechnet werden. In der Tat wurde diese erste Expedition von Waldmeier, die von der Schweizerischen Naturforschenden Gesellschaft finanziert wurde, zu einem Erfolg.

Der Bericht aus dem Sudan zur totalen Sonnenfinsternis wurde nicht live, sondern eine Woche später, am 4. März 1952 im «Echo der Zeit» ausgestrahlt.

Autor/in: Max Waldmeier