Vor 25 Jahren: PUK-Bericht zum Fichenskandal

Vor 25 Jahren erschütterte der sogenannte Fichenskandal die Schweiz. Während des Kalten Krieges überwachte die Bundesanwaltschaft über 700‘000 Personen und Organisationen im Geheimen. Im Zuge einer Parlamentarischen Untersuchungskommission wurde der Skandal aufgedeckt.

Eine Hand greift in eine Aktenschublade, in die viele Unterlagen gehängt sind.
Bildlegende: Das Corpus Delicti: die Fichen, die den Skandal auslösten. Keystone

Die Aufdeckung des Fichenskandals erregte die Gemüter der Schweizer Bürgerinnen und Bürger. Ihr Vertrauen in den Staat war erschüttert. Zahlreiche Gesuche zur Herausgabe persönlicher Fichen wurden eingereicht.

Aufnahmen im Radioarchiv dokumentieren, welche Aktivitäten auf solchen Registerkarten vermerkt wurden. Zum Beispiel eine Reise nach Budapest, die Teilnahme an einem Selbstverwaltungsseminar, das Schreiben von Leserbriefen oder aufwieglerisches Verhalten in der Schule.

«Entsetzlicher Dilettantismus»

Besonders empört reagierte die damalige SP-Nationalrätin Lilian Uchtenhagen nach der Einsicht in ihre Akten: «Das zeugt von einem entsetzlichen Dilettantismus», sagte sie damals gegenüber dem Mittagsmagazin «Rendez-vous». Alles Linke und Grüne sei verfolgt worden. Sie sprach von absoluter Inkompetenz, wenn irgendwelche Beamten irgendwelche Informationen zur Registrierung weiterleiten würden. Vor allem, da es sich zum Teil um absolute Banalitäten gehandelt habe.

Der Fichenskandal wurde im Herbst 1989 aufgedeckt. Im Mai 1990 veröffentlichte das Eidgenössische Justiz- und Polizeidepartemnt EJPD dazu den Bericht der Parlamentarischen Untersuchungskommission.

Moderation: Eric Dauer, Redaktion: Christian Salzmann