Zu Besuch in der Strohflechterei

An 50 Maschinen mit je sieben Spindeln Faden einfädeln! Diese Aufgabe beaufsichtigte 1945 eine Arbeiterin in der Strohflechtfabrik Bruggisser. Elisabeth Thommen hat die Fabrik im Kanton Aargau besucht.

Die Strohflechterei ist ein Kunsthandwerk. Aus Stroh und anderen natürlichen Rohstoffen werden Hüte, Kappen, Taschen, Schuhe oder Hutschmuck hergestellt. Das Stroh stammt vom Sommerweizen oder -roggen. Es wird gespalten, geflochten, gebleicht und zum Schluss geplättet.

Maschinen übernehmen Handarbeit

Die Strohflechterei wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem blühenden Industriezweig. Produziert wurden damals vor allem Strohhüte. Die Strohindustrie im Kanton Aargau hatte weltweit eine grosse Bedeutung. Die filigranen Produkte wurden von Wohlen aus in die ganze Schweiz exportiert.

Heute erinnert das Freiämter Strohmuseum noch an die Blütezeit der Wohler Hutgarnituren. Das Museum dokumentiert diese glorreiche Ära und schlägt den Bogen zum Fabrikzeitaler Anfang des 20. Jahrhundert.