Nation of Languages «Introduction, Presence»: Wann sind wir hier?

Ian Devaney aus New Jersey hatte mal eine mittelgute Rock Band (The Static Jacks), was ihn immerhin in die Szene von New York City spülte. Mit Fab Moretti von den Strokes hat er das Projekt Machinegum, doch jetzt lässt er alles andere vergessen: Das Debüt von Nation of Language ist eine satte 80er-Neuinterpretation für Fans von Joy Division, The National oder White Lies.

Wenn ein Stroke deine Bandfotos macht: Nation of Language mit Ian Devaney (l.) durch die Linse von Fab Moretti.
Bildlegende: Wenn ein Stroke deine Bandfotos macht: Nation of Language mit Ian Devaney (l.) durch die Linse von Fab Moretti.

«Introduction, Presence» ist nicht nur ein «jetzt geht's richtig los» für Ian Devaney, der gekonnt die Vergangenheit hinter sich lässt aber nicht leugnet. Zusammen mit seiner Frau Aidan Devaney und Ex-Static Jacks Kollege Michael Sui-Poi besinnt er sich auf die Synthesizer-Musik seiner Kindheit (Orchestral Manoeuvres in the Dark!) und - natürlich - das New York der jüngeren Vergangenheit (LCD Soundsystem!) und tönt dabei genauso nach gestern wie morgen. Hier fragt man nicht «Wo sind wir hier?» sondern «Wann sind wir hier?»

Neben Nation of Language hören wir uns auch diesen Freitag quer durch die heutigen Neuheiten im Plattenladen: den beklemmenden Pop von Katie Von Schleicher, das 5. Soloalbum von Tim Burgess von The Charlatans, die Rückkehr von Badly Drawn Boy nach 7 Jahren Funkstille, Shoegaze von Jetstream Pony plus die zwei wilden EPs der Genfer 60s-Instrumentalisten L'Eclair und den Chicago-Punks Primitive Teeth.

Gespielte Musik

Autor/in: Andi Rohrer, Moderation: Andi Rohrer, Redaktion: Andi Rohrer