Salzburger Stier 2012: Ehrenpreisträger Jürg Kienberger

Jürg Kienberger ist der Leiseste unter den Leisen und gerade deshalb einer der Grössten seines Fachs. Mit zärtlicher Hingabe lotst er seine Figuren ins unvermeidliche Scheitern und erzählt von ihrer «gebremsten Verzweiflung».

Bildlegende: SR Oliver Dietze

Jürg Kienberger singt mit glockenreiner Kopfstimme, er spielt virtuos Klavier, Glasorgel, Handörgeli und ja, auch Blockflöte.

Geboren wurde der melancholische Komiker 1958 im Hotel Waldhaus in Sils Maria. Nach Reisejahren, Germanistik-Studium und Gelegenheitsjobs wurde er Theatermusiker und in kurzer Zeit an die wichtigsten Bühnen im deutschsprachigen Raum engagiert, unter anderem ans Schauspielhaus Zürich, das Burgtheater Wien und die Volksbühne Berlin.

Mit «Heisse Rhythmen, heisse Kienberger, freut mich» hat der verschmitzte Minimalist 1995 sein erstes Soloprogramm präsentiert. Zusammen mit seiner Partnerin und Regisseurin Claudia Carigiet hat der Silser Sängerknabe vier weitere filigrane Wunderwerke geschaffen - für die er nun mit dem Salzburger Ehrenstier ausgezeichnet wird.

Ein Live-Mitschnitt aus dem Grossen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks vom 12. Mai 2012.

Redaktion: Anina Barandun