Die andere Passionsmusik

Beim Stichwort «Passion» denken wir heute schnell an die entsprechenden Werke von Johann Sebastian Bach. Doch das war einmal anders und Carl Heinrich Graun Bachs grösster Konkurrent.

Fotographische Reprduktion von Carl Heinricht Graun und Gattin.
Bildlegende: Carl Heinricht Graun und seine Gattin Wikimedia

Erst mit der Wiederaufführung der Matthäus-Passion durch Felix Mendelssohn im 19. Jahrhundert hat sich Bach als «der» Passions-Komponist im allgemeinen Empfinden durchgesetzt. Denn Carl Heinrich Grauns Passionskantate «Der Tod Jesu», fünf Jahre nach Bachs Tod erstmals aufgeführt, gehörte lange Zeit zu den meistaufgeführten Werken dieses Genres.

Erstmals 1755 in Berlin gespielt und dort dann weiter Karfreitag um Karfreitag aufgeführt während fast 75 Jahren, erreichte Grauns Musik weit über hunderttausend Hörerinnen und Hörer. Der Grund für den Erfolg (in Berlin und darüber hinaus im ganzen deutschen Sprachraum): Grauns Musik, komponiert auf eine freie Nachdichtung der Passionserzählung, lässt die grossen Gefühle zu. Das Mitleid, die Tränen. Den Kritikern (die es auch gab) war das Stück denn auch zu sentimental.

Carl Heinrich Graun: Der Tod Jesu. Passionskantate

Junge Philharmonie Zentralschweiz
Akademiechor Luzern
Howard Arman, Leitung
Sopranistin Monika Mauch
Gabriela Bürgler, Sopran
Nino Aurelio Gmünder, Tenor
Christopher Tonkin, Bass

Konzert vom 24. März 2015, Jesuitenkirche Luzern
(Lucerne Festival Ostern)