Element of Crime – Kino für die Ohren

Die deutsche Band Element of Crime verdankt ihren Namen dem ersten Kinofilm von Lars von Trier. Und das ist kein Zufall. Die Lieder von Sänger und Autor Sven Regener sind Kino für die Ohren.

Sven Regener und seine Band im Porträt.
Bildlegende: Aus dem Leben gegriffen und doch nicht banal: die Texte von Element of Crime. Keystone

Mit Songs wie «Mach das Licht aus, wenn Du gehst» oder «Am Ende denk ich immer nur an dich» haben sich Element of Crime eine grosse und treue Hörerschaft ersungen. In ihren Liedern werden in vier Minuten Geschichten erzählt, die aus dem vollen Leben gegriffen sind, und dabei doch so gar nichts Banales haben. Jede Songzeile lässt Raum für Assoziationen, und eben das Kino im Kopf. Musikalisch ist das RocknRoll von der melancholischen Sorte. Und der ist mit Sven Regeners näselndem Gesang und seinen Trompetenlinien über den krachenden Rhythmen perfekt orchestriert.

Mittlerweile sind die Jungs in die Jahre gekommen. Die Band gibt es jetzt seit fast drei Jahrzehnten. Da lässt man sich für neue Alben gerne ein paar Jahre Zeit. Fast fünf sind es bei «Lieblingsfarben und Tiere» geworden, dem 13. Studioalbum von Element of Crime. Da finden sich dann wieder zehn Lieder mit für Regener typischen Song-Zeilen wie «Denk an Lieblingsfarben und Tiere, Dosenravioli und Buch. Und einen Bildschirm mit Goldfisch, das ist für heute genug.» Und dann kriegt der Poet mit der Stromgitarre und der Trompete auch noch ganz beiläufig Wörter wie «Schwachstromsignalübertragungsweg» im Text unter, ohne dabei aus dem Rhythmus zu fallen.

Mit dem neuen Album im Gepäck geht es jetzt auch ordentlich auf Tour wie sich das für eine RocknRoll-Kappelle gehört. Und dabei war eine der ersten Stationen nicht etwa eine Riesenhalle oder ein grungiger Club, sondern das Schauspielhaus in Zürich.


SRF 2 Kultur hat dieses Konzert vom 13. November 2014 aufgenommen.

Redaktion: Jodok Hess