Hier kommt die russische Charlotte

Die Österreicher nennen dieses formidable Dessert Malakofftorte. Ungleich charmanter klingt doch Charlotte Russe, oder? Chefkoch Jann Hoffmann und sein Assistent Philippe Gerber zaubern zum Tag der Arbeit eine Charlotte vom Feinsten auf den Teller.

Charlotte Russe.
Bildlegende: Charlotte Russe. Betty Bossi

Wie sagte Brecht: «Erst das Fressen, dann die Moral». Hoffmann und Gerber versüssen euren 1. Mai. Mit der Charlotte, die wahrscheinlich vom bekannten französischen Küchenchef Marie-Antoine Carême Anfang des 19. Jahrhunderts in London kreiert wurde, vorerst Charlotte à la parisienne hiess, später in Charlotte Russe umgetauft wurde und sich bis heute unter diesem Namen grosser Beliebtheit erfreut.

Namensgeberin war scheints Sophie Charlotte von Mecklenburg-Strelitz, die Frau des englischen Königs Georg III. Jetzt aber fertig mit historischem Quatsch: Die Charlotte Russe ist schlicht ein superfeines Dessert mit Rhabarber und Vanillecrème, umhüllt von in Schoggi getränkten Löffelbiskuits. Was will man mehr!

Agar Agar? Agar Agar!

VeganerInnen kennens: Agar Agar. Ein Geliermittel, welches ohne Tierknochen und dergleichen auskommt. Es ist aus Algen gemacht. Agar Agar bindet Rhabarber und Vanillecrème erst richtig zur herrlich süss-sauer-fruchtigen Masse. Und wers lieber noch ein bisschen mehr auf die süsse Seite kippen will: Ganz einfach die Hälfte der Rhabarber mit Himbeeren ersetzen!

Für Vanillemüde und Variantenkocher, die gerne mal etwas ausprobieren: Anstatt Vanillestängel ein bisschen geriebene Tonkabohne verwenden. Ihr Aroma wird als betörend beschrieben, mit einem Hauch von Vanille. Anstelle von Löffelbiskuits gehen auch trockene Amaretti. 50 Shades of Charlotte.


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