«Es ist ganz wichtig, dass Fehlentscheide vermieden werden»

Angela Merkel hat die Schweizer Asylpolitik als Vorbild bezeichnet. Vor allem wegen der 48 Stunden-Verfahren. Tatsächlich sei das eine Erleichterung, sagt Anja Klug, Leiterin des UNHCR-Büros Schweiz und Liechtenstein. Doch für Menschen aus Syrien seien diese Schnellverfahren nicht geeignet.

Container auf Eisenbahnwagen, um Vordergrund stehen ungarische Polizisten und Flüchtlinge, die aus einem Zug aussteigen.
Bildlegende: Die ungarische Polizei hindert ab Bahnhof in Bicske einen Zug mit Flüchtlingen an der Weiterfahrt. Keystone

Die Mehrheit der Menschen, die im Moment nach Europa kommen, kommen nicht aus einem sogenannt sicheren Drittland. Damit kommen die 48 Stunden-Verfahren nicht zur Anwendung.

«Eine Quote wäre wichtig in Europa»

Bei den Diskussionen um Aufnahmequoten könnte sich die Europäische Union an den Verteilmechanismus anlehnen, wie er zwischen den Kantonen üblich ist, sagt Anja Klug weiter. Mit dem Verteilschlüssel allein sei es aber nicht getan. Genau so wichtig seien gemeinsame Standards.

Autor/in: Susanne Schmugge, Redaktion: Philippe Chappuis