Schweiz: Zu «stabil» für das Frauenstimmrecht

Die Schweiz hat das Frauenstimmrecht erst 1971 eingeführt, als fast letztes Land in Europa. Oft hört man, der konservative Männergeist habe verhindert, dass Frauen früher wählen und abstimmen konnten. Das sei aber nur einer der Gründe gewesen, sagt Historikerin und NZZ-Autorin Claudia Mäder.

Frauen werben mit Plakaten für das Frauenstimmrecht.
Bildlegende: Frauen werben 1971 für das Frauenstimmrecht. Keystone

Einen Einfluss habe auch die Tatsache gehabt, dass die Schweiz über sehr lange Zeit politisch stabil war. Weil die Schweiz weder Kriege noch tiefe Wirtschaftskrisen erlebte, gab es auch wenig Druck, in Fragen wie dem Frauenstimmrecht vorwärts zu machen. In vielen anderen Europäischen Ländern wurde das Frauenstimmrecht gerade nach solchen Umbrüchen eingeführt. Aber auch das Frauenbild spielte eine Rolle, schreibt Claudia Mäder in der aktuellen Ausgabe von "NZZ Geschichte".

Autor/in: Urs Gilgen, Moderation: Tina Herren, Redaktion: Urs Gilgen