Die vier wichtigsten Ratschläge für Eltern von Pubertierenden

Philipp Ramming ist Psychologe und Präsident der Schweizerischen Vereinigung für Kinder- und Jugendpsychologie. Er rät Eltern von pubertierenden Jugendlichen, Haltung zu bewahren: «Scheitern Sie mit Würde, Eleganz und Kompetenz.»

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Psychologe Philipp Ramming über #srfabschlussklasse

4:35 min, vom 17.2.2015

Die Pubertät dauert nur ein paar Jahre ....

  • Es gibt keinen Zauberspruch, kein magisches Rezept, um pubertierende Jugendliche, die über alles motzen und allen auf die Nerven gehen, 'zur Vernunft' zu bringen. Der Umgang mit pubertierenden Jugendlichen ist wie Segeln in stürmischer See: Sich querstellen bringt das Boot zum Kentern. Hart am Wind und im Zick-Zack aufkreuzen dauert zwar, lässt einen aber die allgemeine Richtung einhalten. Die Eltern müssen sich Zeit nehmen, um gemeinsam den Kurs festzulegen und die Route zu besprechen. Auch wenn sie getrennt sind.

Sie definieren das Thema. Aber lassen Sie mit sich verhandeln!

  • Keine Stärke und Konstanz ohne Flexibilität und umgekehrt. Die Eltern müssen die (Familien-)Regeln wieder ins richtige Licht rücken, wenn die Jungmannschaft macht, was sie will. Zeigen Sie, wo die rote Linie ist! Aber es lohnt sich nicht, auf Perfektion und pingeliges Einhalten von Regeln, Abmachungen und Ordnung zu bestehen. Verhandeln Sie. Erziehung ist Scheitern in Raten. Scheitern Sie mit Würde, Eleganz und Kompetenz.

Nach dem Tornado ...

  • Bringen Sie das Gespräch wieder in Gang, auch wenn der Streit noch so heftig war und die Enttäuschung noch so gross ist! Das Leben ist ein Wagnis. Wagen, ohne die Möglichkeit zu Scheitern, gibt es nicht. Lassen Sie die Scherben nicht liegen, auch wenn das Bücken anstrengend ist, und die Knie nicht mehr die jüngsten sind. Sie sind der Erwachsene. Sie sind das Vorbild.

Sie können es nicht richtig machen ...

  • Pubertät ist Autonomie und Abhängigkeit gleichzeitig. Als Eltern werden Sie es nie richtig treffen. Sie verstehen nichts, sind gemein und unfair und vor allem extrem von gestern. Haben Sie Vertrauen in die letzten zehn, fünfzehn Jahre Ihrer Erziehung! Und bleiben Sie weiter dran. Auch wenn es nicht so aussieht, Ihre Söhne und Töchter werden darauf zurückgreifen, wenn es darauf ankommt.