Brexit – der Schaden ist angerichtet

Noch ist Grossbritannien nicht ausgetreten aus der Europäischen Union, doch der Schaden ist bereits angerichtet. «The damage is done», heisst es auf der Insel. Und ein Fabelwesen feiert eine Renaissance.

Das Einhorn: man trifft es in der politischen Debatte an, auf Demonstrationen, in Cartoons und Zeitungschlagzeilen. Das «unicorn» ist im Königreich Sinnbild für aussichtslose politische Begehrlichkeiten.

Im Moment scheint der Austritt Grossbritanniens aus der EU wie in der Schwebe, die Folgen machen sich aber bereits bemerkbar – ob in den Industriegebieten der Midlands und im Norden Englands, der Londoner City oder den Wirtschaftszahlen für Grossbritannien. Die Regierung sagt voraus, dass die britische Wirtschaft mit dem Brexit um 3,9 Prozent schrumpfen wird. Bei einem Austritt aus der Europäischen Union ohne Deal sollen es sogar 9,3 Prozent sein. Tragische Ironie der Geschichte: am stärksten betroffen werden jene Regionen sein, die 2016 den Brexit am deutlichsten befürwortet hatten.

Doch Schäden lassen sich nicht nur auf wirtschaftlichem Gebiet festmachen. Für die traditionellen Parten erweist sich das Feilschen um den EU-Austritt als Zerreissprobe. Das Parlament hat seine «normale» gesetzgeberische Arbeit praktisch eingestellt. Die Glaubwürdigkeit Grossbritanniens hat gelitten. Und in der britischen Öffentlichkeit wie auch im Privaten wird jedes Thema überlagert von der Unsicherheit, die der Brexit mit sich bringt.

Erstmals wird #SRFglobal von Wasiliki Goutziomitros präsentiert. Sie diskutiert mit

  • Henriette Engbersen, Grossbritannien-Korrespondentin SRF
  • Sebastian Ramspeck, EU-Korrespondent SRF
  • Haig Simonian, Publizist, ex «Financial Times».

Bild: (c) cointelegraph