Deutschland und Frankreich: Je t'aime... moi non plus

Marine Le Pen setzt die wichtigste Konstante der jüngeren Geschichte Europas aufs Spiel: das freundschaftliche Verhältnis zwischen Frankreich und Deutschland wäre mit ihrer Wahl ins Élysée beendet. Grund für #SRFglobal nachzufragen: ist es noch Liebe zwischen Berlin und Paris?

«Germania und Marianne» heisst die Zeichnung des Strassburger Künstlers Tomi Ungerer (*1931). Gezeichnet hatte er sie 1992, nach der deutschen Wiedervereinigung, die in Frankreich mit viel Argwohn verfolgt wurde. Ungerer aber schrieb dazu:

«Es geht alles vorüber, es geht alles vorbei, wir sind Schwestern und Brüder nichts bringt uns entzwei.»

Die deutsch-französische Beziehung hat in den letzten Jahren allerdings Kratzer bekommen. Die FN-Kandidatin Marine Le Pen droht, sie vollends zu zerstören. SRF-Korrespondent Adrian Arnold war erschrocken über Le Pens Ansichten zu Deutschland, als er sie im Januar in Koblenz interviewte. Florian Inhauser spricht darüber, sowohl mit dem Berliner Korrespondenten als auch mit Michael Gerber, seinem Kollegen in Paris.

Im Studio empfängt Inhauser die französische Journalistin Cécile Calla, die seit vielen Jahren in Berlin lebt. Sie war Korrespondentin von Le Monde, dann Chefredaktorin des Magazins ParisBerlin, heute arbeitet sie als freie Journalistin für mehrere deutsche Medien. Sie schreibt:

«Lebensart, Kultur und schöne Frauen. Lange haben Deutsche ein romantisiertes Bild von Frankreich gezeichnet. Heute ist der Lack ab. Schuld sind die Franzosen selbst.»

Die Korrespondenten fragen daher bei der Jugend in Deutschland und Frankreich nach, ob das was Charles De Gaulle und Konrad Adenauer 1963 mit dem Élysée-Vertrag angestossen haben, auch heute noch lebt - ein halbes Jahrhundert enger werdender Freundschaft beider Länder. Ist es noch je t'aime oder schon ...moi non plus?