Russland: hofieren oder boykottieren?

Seit dem Ausbruch der Ukraine-Krise und der Annexion der Krim versuchen Europa und die USA Russland mit Wirtschaftssanktionen zur Aufgabe seiner Intervention im Nachbarland zu bewegen; ohne messbaren Erfolg. Die Stimmen, die eine Aufgabe der Sanktionen verlangen, werden lauter.

Die österreichische Aussenministerin Karin Kneissl hat unter europäischen Politikern für einige Irritation gesorgt: erst lädt sie den russischen Präsidenten Wladimir Putin an ihre Hochzeit ein, ohne vorige Rücksprache mit ihrem Kanzler oder mit dem Bundespräsidenten. Und dann beschliesst sie auf dieser Hochzeit einen Tanz mit Putin auch noch mit einem tiefen, untertänig wirkenden Knicks. Blosse Naivität oder aussenpolitisches Kalkül? Wir wissen es nicht.

Österreich jedenfalls gehört zu jenen EU-Ländern, wo die Sanktionen schon länger umstritten sind: dies vor allem bei der inzwischen mitregierenden FPÖ und bei Industriellen. «Die Sanktionen gegen Russland sind stumpf», sagte die der FPÖ nahestehende Aussenministerin Kneissl schon im Januar 2018, also vor ihrer Hochzeit.

#SRFglobal fragt nach Erfolg und Misserfolg der Russland-Sanktionen. Florian Inhauser im Gespräch mit:

  • Jens Siegert, deutscher Publizist in Moskau, Autor «111 Gründe Russland zu lieben»
  • Knut Fleckenstein, SPD-Abgeordneter im Europäischen Parlament.