CinéKino Tschechien - Das Tschechische Kino im Porträt

  • Sonntag, 21. Januar 2018, 12:25 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 21. Januar 2018, 12:25 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 23. Januar 2018, 13:25 Uhr, SRF info
    • Samstag, 27. Januar 2018, 10:10 Uhr, SRF 1
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Märchenfilme, Komödien, surrealistische Animationen, die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk, der Aufbruch des Films im «Prager Frühling» vor 50 Jahren: Das tschechoslowakische Kino besitzt eine vielfältige, ungemein reiche Geschichte. Und ist Heimat einer der prägendsten Filmschulen weltweit.

Das tschechische, bzw. tschechoslowakische Kino ist auch ein Kino der politischen Umbrüche, wie sie Magda Vasaryova durchlebte, die mit 16 Jahren Star des grandiosen Historienepos «Marketa Lazarlova» wurde und heute als Politikerin in der Slowakei aktiv ist. In «Das Geschäft in der Hauptstrasse» werfen Jan Kadar und Elmar Klos einen bitteren Blick auf die slowakische Gesellschaft während der NS-Zeit, wofür sie 1966 den Oscar für den besten fremdsprachigen Film gewannen. Der zweite Oscar-Preisträger von 1968, Jiri Menzel, erinnert sich in CinéKino an den Aufbruch durch die berühmte Filmschule FAMU, die eine ganze Generation inspirierte. Gestreift wird auch sein Meisterwerk «Lerchen am Faden», das sofort nach Fertigstellung verboten wurde, bis der Film 1990 auf der Berlinale triumphierte.

Zu den FAMU-Absolventen gehört auch Milos Forman, der im Exil mit «Einer flog über das Kuckucksnest» und «Amadeus» zweimal den Oscar gewann und ebenfalls sowohl politische Zensur, als auch ökonomische Zwänge erlebt hat. Formans Rückblick ist ein Votum für künstlerische Freiheit. Diese hat auf seine Weise auch Gustav Machaty genutzt. Er sprengte 1933 mit «Ekstase» die Grenzen für die Darstellung erotischen Begehrens und weiblicher Lust. Auch Jan Svankmajer, der Nestor des surrealistischen Films, nutzte unbeirrt neue Wege. Mit über 80 Jahren entdeckte er die Chancen des Crowdfunding: Binnen kurzer Zeit kamen knapp 300'000 Dollar für seinen Animationsfilm «Insects» zusammen.

Helden im tschechoslowakischen Kino sind Antihelden, wie der brave Soldat Schwejk. Ein anderes, selbstbewusstes Vorbild ist «Drei Haselnüsse für Aschenbrödel», einer der erfolgreichsten Märchenfilme überhaupt.