James Baldwin: I Am Not Your Negro

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Ein unveröffentlichtes Manuskript des amerikanischen Autors James Baldwin ist die Basis dieses preisgekrönten Dokumentarfilms, der eine neue Sicht auf die Geschichte der USA ermöglicht. Auslöser war die Ermordung seiner Freunde Martin Luther King, Medgar Evers und Malcolm X zwischen 1963 und 1968.

Als der US-Schriftsteller James Baldwin im Dezember 1987 starb, hinterliess er ein 30-seitiges Manuskript mit dem Titel «Remember This House». Es sollte eine persönliche Auseinandersetzung mit den Biografien dreier enger Freunden werden, die alle ermordet wurden: Martin Luther King, dessen Attentat sich am 4. April zum 50. Mal jährt, Malcolm X und Medgar Evers. Die persönlichen Erinnerungen an die drei grossen Bürgerrechtler verknüpft Baldwin mit einer Reflektion der eigenen, schmerzhaften Lebenserfahrung als Afroamerikaner in den USA.
Regisseur Raoul Peck schreibt in seinem mit dem französischen Filmpreis César prämierten Film «I Am Not Your Negro» Baldwins furioses Fragment im Geiste des Autors filmisch fort und erzählt die jüngere US-Geschichte aus einer bis heute unterdrückten Perspektive neu. In einer Collage von Baldwins Texten - gelesen von Samuel L. Jackson - mit Archivfotos und Filmausschnitten, die noch von Rassentrennung und einer beinah vollkommenen Unsichtbarkeit der Schwarzen in Hollywoods geprägt sind, erzählt er von der Formierung der schwarzen Bürgerrechtsbewegungen und Baldwins kompliziertem Verhältnis zum Black-Power-Movement. In einer kühnen Erweiterung des literarischen Texts spannt der Film den Bogen bis in die Jetztzeit: zur noch heute gegenwärtigen weissen Polizeigewalt gegen Schwarze, den Rassenunruhen von Ferguson und Dallas und der Black-Lives-Matter-Bewegung.