Krieg und Neurosen – die Kritikerrunde zum Schweizer Filmpreis

Ein starker Jahrgang: Je fünf Schweizer Spiel- und Dokumentarfilme sind für den diesjährigen Filmpreis nominiert. Alle beschäftigen sich mit brisanten gesellschaftlichen Themen. Was macht die Filme sehenswert? Darüber diskutiert eine Runde von Filmkritikern mit Monika Schärer.

Die Auswahl der nominierten Filme zeigt, Schweizer Filmautorinnen und -autoren haben keine Berührungsängste mit heiklen Themen. Stina Werenfels ergründet in «Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern» das Recht von geistig behinderten Jugendlichen auf eine eigene Sexualität. Simon Jaquemets Erstling «Chrieg» erzählt auf filmisch radikale Weise, wie die Wut im Bauch von Jugendlichen in Gewalt umschlägt.

Auch im Dokumentarfilm dominiert der schonungslose Blick auf politische und persönliche Welten. Marcel Gisler seziert die schwierigen Familienverhältnisse des schillernden «Electroboy», und Samir erzählt die Geschichte seiner irakischen Familie als weltumspannendes 3D-Epos.

Die Filmhistorikerin Marcy Goldberg, Filmjournalist Michael Sennhauser (SRF) und Filmwissenschaftler Christian Jungen («NZZ am Sonntag») im Gespräch mit Monika Schärer.