Carlos Kleiber – Spuren ins Nichts

  • Sonntag, 21. September 2014, 23:10 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 21. September 2014, 23:10 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Samstag, 27. September 2014, 12:25 Uhr, SRF info
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Ein geheimnisvolles Genie und zugleich ein schwieriger Mensch, der die Musikwelt mit seiner Kunst betörte, sich der Öffentlichkeit jedoch verweigerte, wo immer es ging. In dem preisgekrönten Film erinnern sich Freunde und Wegbegleiter anhand Archivaufnahmen an den «grössten Dirigenten aller Zeiten».

Kleibers Aufführungen setzten Massstäbe, und seine Art zu dirigieren war schlicht unvergleichlich: weit ausholend seine Bewegungen, die Gesichtszüge glückhaft entrückt. Unter seinem Dirigat vermochte die Musik sich wie ein lebendiger Organismus zu entfalten und nie gehörte Nuancen preiszugeben. Wenn Kleiber sein Orchester mit charismatischer Hand durch die Partituren führte, konnte sich kaum jemand der Magie des Dirigierens entziehen.

In seiner Dokumentation «Spuren ins Nichts – der Dirigent Carlos Kleiber» konfrontiert der Filmemacher Eric Schulz wichtige Weggefährten Kleibers mit Proben- und Konzertaufnahmen des Ausnahmedirigenten. Entstanden ist ein intensives filmisches Porträt, welches nicht nur lebendige Erinnerungen bedeutender Künstler wie Plácido Domingo, Otto Schenk, Michael Gielen, Brigitte Fassbaender oder Otto Staindl einfängt – sondern auch Veronika Kleiber, die Schwester des 2004 verstorbenen Dirigenten, zu Wort kommen lässt. Obwohl sie dies zuvor immer abgelehnt hatte, gab sie explizit für diesen Film ihr erstes und einziges Interview.

Eric Schulz wurde für seinen Film mehrfach ausgezeichnet. So erhielt er einen Echo 2011, den Grammophone Classical Music Award sowie den Jahrespreis der Deutschen Schallplattenkritik, in dessen Jurybegründung es heisst: «Genie und Wahnsinn liegen im Künstlertum oft dicht beieinander. Doch kaum einmal werden ihre ekstatischen Momente so vortrefflich ins Bild gerückt wie bei Carlos Kleiber, dem Sohn des berühmten Pultstars Erich Kleiber. Rundum alles, was diesen Tatbestand ausmacht, wird in dem faszinierenden Filmdokument von Eric Schulz sichtbar. Bewundernswert und tragisch zugleich.»