Daniel Kehlmann: Hält uns die Welt zum Narren?

Daniel Kehlmann ist der Magier unter den deutschsprachigen Schriftstellern: Zauberhaft verwebt er Fakten und Fiktion und entführt ein Millionenpublikum in ferne Zeiten. Diesmal heftet er sich an die Fersen von Till Eulenspiegel. Barbara Bleisch sucht mit ihm nach dem närrischen Geist unserer Zeit.

Der Gaukler und Narr Till Eulenspiegel hat’s bunt getrieben: Weder die weltliche noch die kirchliche Obrigkeit vermochten ihn zu bremsen, keiner war sicher vor seinen Provokationen.

Der deutsche Schriftsteller Daniel Kehlmann treibt’s nun bunt mit dieser Figur und versetzt den schrägen Vogel in seinem Roman «Tyll» kurzerhand vom 14. Jahrhundert ins Treiben des 30-jährigen Krieges. Auf den Spuren des listigen Gauklers durchpflügen wir eine Zeit des Grauens und loten dabei stets die Grenzen der Vernunft aus: Wir erleben die Irrationalität des Krieges, tauchen ein in den Wahnsinn der Inquisition und erhalten den Irrsinn einer Zeit vorgeführt, in der die Wissenschaftler noch an Drachen glaubten.

Barbara Bleisch geht mit Daniel Kehlmann auf Zeitreise, um die Irrationalitäten unserer Zeit neu auszuloten – und zu fragen: Hält die Welt uns wissensdurstige Menschen letztlich zum Narren?

Literatur:

  • Daniel Kehlmann: Tyll, Rowohlt 2017

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