Florian Werner lässt sich gehen. Zur Philosophie des Wanderns

Wandern ist Schweizer Volkssport Nummer eins. Gelbe Wegweiser führen zu jedem erdenklichen Ziel. Philosoph Florian Werner wanderte für sein Buchprojekt völlig anders. Ohne Ziel und Karte ging er nur flussabwärts. Mit Barbara Bleisch spricht er über die Herausforderung, sich treiben zu lassen.

Florian Werner beschreibt seine knapp dreiwöchige Reise im Buch «Der Weg des geringsten Widerstands». Ausgerüstet mit Zelt, Ruck- und Schlafsack startet er vor der Haustüre in Berlin. Alleine das Tragen eines 20 Kilo Rucksacks verändere den Blick auf seine Stadt. Zehn Regeln hat er aufgestellt, beispielsweise «Denk nicht zulange nach». Was geschieht im Kopf des ziellos Wandernden? Und fliessen die Gedanken beim Gehen tatsächlich leichter, besser, intensiver, wie viele Philosophen immer wieder behauptet haben?
Florian Werner ist skeptisch. Weder glaubt er, beim Wandern das «wahre Selbst» zu finden, noch lässt er die Unterstellung gelten, wonach der Weg das Ziel sei. Ihn interessiert vielmehr, ob sich Ziellosigkeit leben lässt.

Literatur:

  • Florian Werner: «Der Weg des geringsten Widerstands. Ein Wanderbuch» Verlag Nagel & Kimche, 2018.

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