Warum wir Facebook lieben – und hassen

  • Sonntag, 15. Januar 2017, 11:00 Uhr
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 15. Januar 2017, 11:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Montag, 16. Januar 2017, 0:15 Uhr, SRF info
    • Dienstag, 17. Januar 2017, 12:00 Uhr, SRF info
    • Mittwoch, 18. Januar 2017, 5:30 Uhr, SRF 1
    • Samstag, 21. Januar 2017, 8:50 Uhr, SRF 1

Facebook, Instagram, Snapchat & Co. bieten eine neue Form von Heimat, sagt der Medienprofessor Roberto Simanowksi. Ob das eine gute Nachricht ist, diskutiert er mit Barbara Bleisch.

Eigentlich ist Roberto Simanowksi kein Kulturpessimist. Im Gegenteil: Ihn ärgern die Klagen über den Narzissmus der Facebook-Gemeinschaft, über die Zeitverschwendung im Netz und die grenzenlose Selbstvermarktung. Die oberflächliche Kritik führe nur dazu, dass die Digital Natives mit den Augen rollen und die Netzkritiker ihren Kulturpessimismus ins Leere posaunen.

Roberto Simanowski, Professor für Digitale Medien in Hongkong, plädiert dafür, Facebook verstehen zu lernen, bevor man das Netzwerk bewertet. Facebook ist in seinen Augen nämlich durchaus attraktiv in einer Zeit, in der metaphysische Heilsversprechen abgedankt haben. Statt Weltdeutung bietet Facebook Weltumarmung, statt komplizierter Reflexion eine flächendeckende Dokumentation, in der sich jeder und jede aufgehoben fühlen kann. Was ist so anders daran, sich in eine Karriere zu stürzen oder in eine Paarsymbiose, als sein Leben ans Netz zu delegieren? Oder anders gefragt: Warum lieben wir Facebook und kritisieren es gleichzeitig?

Barbara Bleisch diskutiert mit Roberto Simanowksi den Kulturwandel, dessen Zeugen wir alle sind.

Literatur:

  • Roberto Simanowski: Abfall. Das alternative ABC der neuen Medien, Berlin 2017.
  • Roberto Simanowski: Facebook-Gesellschaft, Berlin 2016.
  • Roberto Simanowski: Data Love, Berlin 2014.

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