Restaurative Justiz: Wenn Täter und Opfer sich begegnen

  • Sonntag, 25. November 2018, 10:00 Uhr, SRF 1
Sendetermine
  • Erste Ausstrahlung:
    • Sonntag, 25. November 2018, 10:00 Uhr, SRF 1
  • Wiederholung:
    • Dienstag, 27. November 2018, 11:00 Uhr, SRF info
    • Samstag, 1. Dezember 2018, 7:40 Uhr, SRF info
Ein junger Mann mit nachdenklichem Blick ist im Gefängnis.

Bildlegende: Beim Verfahren der restaurativen Justiz sollen sich Verbrecher und Opfer begegenen. Talweg Production

Leonard sitzt in Florida im Gefängnis. Er hat eine junge Frau und ihre Tochter ermordet. 18 Jahre später nimmt Agnes, die Mutter und Grossmutter der Opfer, mit dem Mörder Kontakt auf. Weil das Justizsystem von Florida jedoch Treffen verbietet, schreiben sie sich. Ein langer Prozess beginnt.

Restaurative Justiz nennt sich ein Verfahren, das auf einem alten Rechtsprinzip aufbaut. Es geht um die Begegnung und Auseinandersetzung zwischen Opfern oder deren Angehörigen mit dem Täter. Drei Fragen stehen im Zentrum: Welcher Schaden ist beim Verbrechen entstanden? Wer hat welche Bedürfnisse? Wer soll oder kann diese Bedürfnisse erfüllen? In einem Mediationsprozess sollen verurteilte Verbrecher dazu gebracht werden, Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen, in dem sie den Opfern begegnen. Es wird nach Wiedergutmachung und Heilung gesucht. Dabei sollen die Opfer und deren Angehörige gestärkt und ihren Bedürfnissen und Forderungen Rechnung getragen werden.
Die Autorinnen Chloé Henry-Biabaud und Isabelle Vayron de La Moureyre begleiten Agnes und weitere Opfer und deren Angehörige auf diesem Weg. Angesprochen werden auch die Chancen und Gefahren, die solche Begegnungen mit Tätern mit sich bringen. Auch die Täter kommen zu Wort, allen voran Leonard, der im Gefängnis seine Gedanken und Worte abwägt, während er Agnes schreibt. Ein aufwühlender Film.