Streit um den Hirntod - Organspende auf dem Prüfstand

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Lebendig oder tot? Neben dem Herztod gilt heute auch der Hirntod als Ende des Lebens. Die Transplantationsmedizin braucht ein Todeskriterium, damit lebenswichtige Organe entnommen werden dürfen. Doch es gibt Einwände aus wissenschaftlicher und religiöser Sicht. Ein Film von Ingo Thöne.

Seit 1968 gibt es neben dem Herz-Kreislauf-Tod den sogenannten Hirntod. Er gilt zugleich als Bedingung für eine Organspende. Medizinethiker kritisieren dieses Konzept und betonen, der Hirntod sei kein wissenschaftlicher Fakt, sondern es ist eine soziale Übereinkunft. Seit der ersten erfolgreichen Herztransplantation 1967 gehören Organspenden in vielen Ländern zum Klinikalltag. Doch die Akzeptanz nimmt in einigen Ländern ab: In Deutschland zum Beispiel sinken die Zahlen der postmortalen Organspender kontinuierlich. Und in Staaten wie Japan wird die Transplantationsmedizin von der Bevölkerung aus kulturellen und religiösen Gründen kritisch gesehen und kaum angewandt. Die Dokumentation macht sich auf eine Spurensuche in Europa und Japan: Warum stehen Menschen der Organspende skeptisch gegenüber? Ein Grund für das Unbehagen an der Transplantationsmedizin scheint die Diskussion um den Hirntod zu sein. In der Dokumentation kommen Transplantierte und ihre Angehörigen, Medizinerinnen, Ethiker und Politikerinnen zu Wort. Sie alle stellen die Frage nach dem Zeitpunkt des Todes. Die Antworten darauf werden wesentlich mitbestimmen, wie es mit der Praxis der Organspende weitergehen wird.