5 Dinge, die früher besser waren!

Schwingbesen, Messer, Schneidebretter oder Schuhe, Strickjacken und Windjacken: oft hat man das Gefühl, dass solche Dinge des alltäglichen Lebens früher besser gemacht waren und heute kaum noch in guter Qualität zu bekommen sind. Ist das aber auch so?

Qualitäts-Produkte von früher sind wieder hip!
Bildlegende: Qualitäts-Produkte von früher sind wieder hip! PD

Unsere Zeit ist die eines rasenden Wandels die digitale Revolution ist eines der grössten Menschheitsprojekte überhaupt, vergleichbar mit der Erfindung des Rades oder dem Buchdruck. Und das alles passiert erst seit relativ kurzer Zeit, das Tempo der Erneuerung ist hoch und entsprechend sind wir täglich herausgefordert, uns dem Leben wieder neu zu stellen.

Als Gegenreaktion auf diese High-Speed-Zeit sehnen wir uns also nach Langsamkeit und Sachen, die suggerieren, dass es auch eine andere Welt gibt - oder zumindest das Gefühl stimulieren, dass es schön wäre, wenn es sie gäbe!

Mit dem Essen hat es begonnen
Die Vintage- und Retro-Kultur boomt, und dabei erinnert man sich nostalgisch an vieles, was früher einmal ganz normale Dinge waren. Angefangen hat der Trend mit dem Essen da spricht man schon seit Jahren von biologischer Qualität, nachhaltigem Anbau und lokaler Produktion.

In jedem Supermarkt findet sich heute ein gutes Bio-Food-Sortiment nicht aber bei den Haushaltswaren oder der Kleidung. Da kommt alles in dürrer Qualität aus Fernost und ist dazu gedacht, schnell kaputtzugehen und weggeworfen zu werden.

Retro-Sehnsucht
Die Firma, die am erfolgreichsten Geschäfte mit der Retro-Sehnsucht macht, ist derzeit der deutsche Versandhändler Manufactum, der seine mit Handwerkskult und Heimatmelodien vollgepackten Mailings auch in die Schweiz schickt und in dessen Läden es aussieht wie vor 75 Jahren.

„Es gibt sie noch, die guten Dinge, heisst der Slogan, und er trifft ein zeitgeistiges Bedürfnis. Die Firma Manufactum wurde vor 25 Jahren von einem grünen Buchhändler gegründet, gehört aber seit 2007 zur Otto-Gruppe, also zum ehemaligen Erzfeind, einem Konsumgrosskonzern.

Oft sind die Manufactum-Sachen sicher besser gemacht als vergleichbare Massenware aber sie haben auch ganz andere Preise! Eine Stahlrohr-Wandgarderobe im Stil der dreissiger Jahre kostet mit über 300 Franken bestimmt das Zehnfache dessen, was Ikea für ein ähnliches Wohnaccessoire verlangt. Ob es auch zehnmal besser ist, sei dahingestellt.

Konsum-Snobismus
Diese Form der Retro-Romantik und des Verzichts auf Neues ist auch eine Form von Konsum-Snobismus, die man sich leisten können muss. Manufactum gelingt es, den Konsumehrgeiz jener anzustacheln, die eigentlich konsumkritisch sind. Das macht Manufactum mit liebevoll formulierten Produktgeschichten, die oft einen leicht kulturkritischen, wertkonservativen Ton haben und sich manchmal wie ein Manifest gegen die Schnelllebigkeit der Konsumwelt lesen.

Fünf Dinge, die früher wirklich schöner und besser waren:

  1. Glühbirnen waren schöner, hatten einen besseren Preis und sie gaben ein schöneres Licht.
  2. Pfannen hielten noch ein Leben lang und wurden durch den Gebrauch schöner, nicht grausliger. Sie hielten durch und waren schön schwer.
  3. Tür- und Fenstergriffe oder Lichtschalter waren angenehmer zum Anfassen, stabiler und blieben einfach gut.
  4. Mit Schnüren bespannte Wäscheständer aus Holz sind auf jeden Fall schöner als die klapprigen Dinger aus Alu-Rohren, die heute irgendwo hinter dem Schrank stehen.
  5. Nähmaschinen waren früher besser. Es gibt heute kaum noch wirklich zuverlässige Produkte, sondern viel billige Kompromisse. Manufactum hat noch eine richtige, schön schwere Tischmaschine im Angebot - und sie kostet nicht einmal mehr als ein vergleichbares Schweizer Produkt, das heute in Fernost zusammengeschraubt wird.

Und fünf Dinge, bei denen Manufactum eher schwache Argumente hat:

  1. Werkzeug für Baustelle und Werkstatt sah früher sicher irgendwie solider aus, weil die Griffe aus Holz waren und alles schön verschraubt war, doch kommt so ein Kasten voll Retro-Werkzeug einfach nicht gegen moderne Steckschlüsselsets oder gar gegen Akkuschrauber an.
  2. Früher hatte man zwar sicher mehr Papierkultur, aber es war sicher wesentlich mühsamer, Briefe auf einer Schreibmaschine als auf dem Computer zu schreiben. Und darum hat heute nicht einmal mehr Manufactum eine Schreibmaschine im Regal.
  3. Regenjacken waren früher gummiert oder mit Wachs imprägniert - dadurch waren sie weder atmungsaktiv und auch nicht gerade leicht, sondern brettig und schwer. Gegen moderne Textilien kommt das alte Zeug nicht an - zumindest nicht, wenn es ums Funktionale geht.
  4. Digitale Kommunikationsmittel gibt es nicht im Retro-Design: Das Neueste ist in diesem Bereich das Beste. Es gibt keinen Grund, sich nach einer alten Nokia-Banane zurück zu sehnen, ausser vielleicht die lange Akkulaufzeit dieser alten Dinger.
  5. Koffer waren früher, sperrig, schwer und heikel. Kein vernünftiger Mensch würde heute mehr einen alten Globetrotter-Koffer mit Holzrahmen schleppen wollen, wo es doch wirklich tolle Entwicklungen aus superleichten Kunststoffen und mit Rollen gibt.