Ab auf die Piste - Modetrends für den Wintersport

Es ist Wintersportsaison, und natürlich gehört zur richtigen Ausrüstung die entsprechend saisongerechte Kleidung. Denn auch wenn Funktion auf der Piste wichtiger ist als alles andere: So ganz ohne Mode gehts ja doch nicht.

Diesen Winter zeigt man wieder Kurven auf der Skipiste.
Bildlegende: Diesen Winter zeigt man wieder Kurven auf der Skipiste.

Skilaufen ist ja auch immer Materialschlacht. Das fängt bei der Wahl des Skigebiets an: nicht jeder schaffts nach St. Moritz, manche bleiben in Grüsch-Danusa hängen. Das geht über das Zwei-, Drei-, Vier- oder gar Fünfsternhotel, in dem man bleibt bis hin zu den Marken, die man auf der Piste trägt.

Oberstes Gebot für alle Wintersportbekleidung ist: Zuallererst sollte man damit gut skilaufen oder snowboarden können. Auf der Piste ist es in der Regel kalt, der Fahrtwind gibt noch ein paar gefühlte Minusgrade dazu - Wintersportmode muss also erst einmal warm halten und trotz relativ viel Material freie Bewegungen zulassen.

Ein Hoch auf Hightechtextilien

Das wird heute mit synthetischen und atmungsaktiven Hightechstoffen erreicht, die vor Kälte schützen und dennoch ein gutes Körperlima möglich machen. Die smarten Synthetics erlauben es, viel körpernäher zu schneidern, ohne die Bewegungen einzuschränken. Und das ist nicht nur sexier, sondern auch wärmer: Allgemeinen Vorurteilen zum Trotz hält einen zu grosse und betont locker sitzende Kleidung nicht besser warm als passgenaue Kleidung, im Gegenteil. Da waren die Snowboarder mit ihrem XL-Style eindeutig auf dem Holzweg.

2012 bringt aber nicht nur einen technischen, sondern auch einen modischen Wandel. Denn Glamour und Sexappeal kehren auf die Piste zurück. Und die meisten sagen dies mit einer gewissen Erleichterung, kann ein bisschen Chic doch nur gut tun. Denn dieser überweite Baggy-Style in stumpfen Farben und matten Synthetics, wie ihn die Snowboarder jetzt 20 Jahre lang propagiert haben und der lange auch die Skimode geprägt hat, war schon nicht gerade sexy.

Auch beim Après-Ski eine gute Figur machen

Auf der Piste kann das ja noch egal sein, aber beim Après-Ski wirds zum Wettbewerbsnachteil. Darum wirds jetzt wieder figurbetonter, schmaler, farbiger und sexier. Man trägt wieder Jethose, also die Stretchhose mit Schlag und Kniepolstern, und auch der Einteiler ist wieder eine Option.

Die italienische Marke Moncler hat abseits der Piste eine gigantische Welle an eleganten Daunenjacken losgetreten, das wird auch auf der Piste getragen, dann auch von Marken wie Kjus oder Bogner. Manche dieser Jacken sind trotz grossen Volumens extrem leicht.

Die neue, figurbetontere Skimode passt gut zur neuen Hardware, und da stechen dieses Jahr die sehr populären Rocker-Skier ins Auge, die gerade rechtzeitig zur abflauenden Carving-Begeisterung auf den Markt kommen. Damit kann man wieder wedeln und mit dem Füdli schwingen, ja sogar mit geschlossenen Knien fahren.

Das geht gar nicht mehr

No-Gos sind auf jeden Fall Pelzbesätze, die vielleicht irgendwie zum Pferderennen auf dem gefrorenen See gehören, aber auf der Piste wenig nützen. Ausserdem sind sie meist aus chinesischem Hund. Tribal-Motive und Totenköpfe sind auch total unten durch. Und natürlich die kommune Jeans auf der Piste - das ist nicht nur dumm, sondern richtig gefährlich für Gelenke und Gewebe.

Autor/in: Jeroen van Rooijen