Animal Prints - ein modischer Dauerbrenner

Unter Animal Prints versteht man alle Arten von Drucken, welche Tierfelle imitieren. Meistens solche von Grosskatzen, aber auch von Schlangen oder Vögeln. Sie kommen seit Jahrzehnten kaum mehr aus der Mode.

Er kann das tragen: Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards.
Bildlegende: Er kann das tragen: Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards. Keystone

Früher, als es noch Kolonien und Kolonialherren gab, waren Tigerfelle ein Statussymbol, weil vom echten Tier. Wer einen solchen Pelz trug, hatte wohl ein grosses Tier besiegt und strahlte Macht aus.

Seit den 1960er-Jahren ist das Muster ein rein dekoratives und nur noch selten bis gar nie mehr vom lebenden Tier. Über die Hippiemode, die alle Arten von Trouvaillen neu zusammenmischte, kam das Thema auf den Laufsteg - etwa bei Yves Saint Laurent - und so in den Massenmarkt.

Zwischen cool und billig

Seither kommen sie scheinbar einfach nicht mehr aus der Mode. Und das, obwohl Animal Prints noch immer ein bisschen ambivalent sind, zwischen cool und billig. Dieser Tanz auf Messers Schneide macht die Tiermuster spannend. Sogar die Männermode entdeckt die Animal Prints gerade, etwa bei Burberry oder Saint Laurent.

Gekonnt kombiniert sind Animal Prints schwer okay, ja sogar cool. Aber: Der Grat zwischen cool und grässlich ist bei diesem Thema recht schmal. Es kommt sehr auf modisches Talent, Materialqualität und die richtige Dosierung an.

Nicht zu chic tragen

Was bei einer Frau cool und ein bisschen schräg aussieht, wirkt bei anderen altbacken und bieder. Man darf diesen Look nicht zu chic tragen, sonst kippt's. Wenn man Animal Prints edel inszenieren will, wird's schnell bieder.

Animal Prints sind recht einfach zu kombinieren, weil in der Regel schon einiges an Farben drin steckt, an die man anknüpfen kann. Modebewusste mixen Animal Prints auch mit anderen Mustern (etwa Blumen oder Karos).

Mit Primärfarben kombinieren

Gut funktionieren auch starke Primärfarben in Kombination zu den Animal Prints. Früher sagte man: Ein Muster oder Element reicht, denn sonst wird's zu viel. Als Faustregel ist das für Neueinsteiger sicher richtig, aber: Die aktuelle Mode lebt vor allem von viel Intensität.

Cool ist es also, nicht nur einfach ein braves Tiger-Top zur Jeans zu tragen, sondern Raubkatzen-Muster zu Schlangenleder-Print und Zebramuster. Am besten, man trägt einen ganzen Zoo aufs Mal! 

Casual kommt gut

Im Moment sieht man Animal Prints vor allem auf Accessoires, also Sneakers, Stiefel, Taschen, Rucksäcke oder Schals. Aber auch Grossteile sind cool, etwa ein ganzer Mantel aus falschem Fell, eine Leggings oder einen Sweater. Alles, was ein bisschen casual ist, kommt gut.

Last but not least sind Animal Prints auch ein Stück weit eine Altersfrage: Je reifer eine Frau ist, umso schneller sieht der Animal Print altbacken aus. Umgekehrt kann das Thema an jungen Frauen schnell billig aussehen, wenn der Rock zu kurz, der Absatz zu hoch oder das Kleid zu kurz ist.

Autor/in: Jeroen van Rooijen