Business Dresscode kompakt

Eigentlich sieht es ja recht einfach aus - Frauen wie Männer tragen einen mittelgrauen Anzug und Hemd oder Bluse, dazu eine Krawatte oder ein Foulard - und fertig ist das Business Outfit. Was soll da noch schief gehen?

Der Geschäftsmann mit Stil trägt Manschettenknöpfe zum Hemd.
Bildlegende: Der Geschäftsmann mit Stil trägt Manschettenknöpfe zum Hemd.

Die Businessgarderobe ist eine universale textile Sprache, die fast weltweit gesprochen und auch richtig verstanden wird. So gesehen ist der Anzug eine Art Allround-Uniform, mit der man immer auf der sicheren Seite ist.

Doch ein Anzug ist nicht einfach ein Anzug, da gibt es grosse Unterschiede. Richtig gut angezogen ist nur der, dessen Anzug wirklich gut sitzt, ein paar besondere handwerkliche Merkmale wie etwa offen gearbeitete Knopflöcher hat und der sein Outfit mit gekonnt assortierten Accessoires zu einem individuellen Ganzen macht.

Tipps für den Mann

Wenn es am Ärmelschlitz möglich ist, die Knöpfe zu öffnen - und das ist bei Konfektions- oder Stangenware meist nicht der Fall -, dann öffnet man den vordersten der vier oder fünf Knöpfe, um diskret darauf hinzuweisen, dass es eben ein etwas besserer Anzug ist.

Wenn ein Mann geht oder steht, sollte der Anzug immer geschlossen sein, und zwar bis auf den untersten Schliessknopf, der offen bleibt. Beim Dreiknöpfer macht man also die oberen beiden Knöpfe zu - oder auch nur den mittleren, bei Zweiknöpfern nur den oberen.

Historisch gesehen war das weisse Hemd immer das der Chefs und Vorstände, das blaue jenes von Arbeitern und Angestellten. Das weisse Hemd suggeriert Überlegenheit, Klarheit, Frische und Prägnanz, um die es im Geschäftlichen oft geht.

Das blaue Hemd ist aber eine gute Alternative, und gerade Männer mit dunklerem Teint sehen darin gut aus. Andere Farben gibts für's Businesshemd nicht: vielleicht noch am ehesten Rosa oder fein kariert, aber dunkle Farben gehören nicht zu Anzug und Krawatte, sie sehen provinziell aus.

Die Krawatten sind derzeit noch immer relativ schmal, also etwa sechs bis sieben Zentimeter breit, und immer mehr kommen matte Unis in Mode. Schön sind auch strukturierte Stoffe, im Winter etwas dickere Wollstoffe oder auch Cashmere-Strick. Etwas aus der Mode gekommen sind die breiteren, glänzenden Seidenkrawatten. Und ganz und gar untragbar sind bedruckte Krawatten mit lustigen Tierli und ähnlichem.

An Accessoires braucht ein Mann eine gute Uhr, Manschettenknöpfe, ein wertvolles Schreibwerkzeug und ein kleines Etui für Visitenkarten. Wer individuelles Styling mag, kann mit Einstecktüchern in der Brusttasche einen farblichen Akzent setzen.

Wichtig sind auch schöne, knielange Socken - also nicht die kurzen Sportsöckchen! Und natürlich geschnürte Schuhe mit Ledersohlen, denn diese sind unter Kennern die eigentliche Visitenkarte des Businessmannes: Da erkennen Routiniers ganz schnell, ob jemand wirklich Stil hat oder nur ein verkleideter Schlufi ist.

Tipps für die Frau

Die Damen haben im Business Dresscode glücklicherweise etwas mehr Spielraum - das beginnt einmal mit der Variation von Hose, Rock oder Kleid, geht über die Frage von Bluse oder Shirt bis hin zu mehr Varianten in den Schnitten von Hose und Blazer. Ausserdem kann man mehr wagen mit Schuhen und Schmuck.

Enteilige Kleider sind im Grunde die beste, weiblichste Waffe im Geschlechterkampf - Männer werden nie Kleider tragen können! Allerdings sollten Kleider im Businessbereich sehr schlicht gearbeitet sein und besser nicht aus Stretch, denn wer zu viel Körperlichkeit preisgibt, der wirkt im geschäftlichen Kontext etwas derangiert.

Die richtige Minimallänge für einen kurzen Rock, der das Knie nicht bedeckt, ist eine Hand breit über dem Knie. Eleganter ist aber sicher der knielange oder knapp das Knie bedeckende schmale Rock.

Bei den Blusen gibt es eine Menge Farben und Schnitt-Varianten - solche mit Dreiviertel- oder kurzen Ärmeln, solche mit etwas verspielten Details und ganz strenge - und dann gibt es für Frauen immer die Möglichkeit, ein schönes, unifarbenes Shirt (ohne Logos usw.) unter dem Blazer zu tragen, oder auch einen Feinstrickpullover - entweder mit Rundhals oder Rolli, oder auch als zweiteiliges Twin Set.

Als Accessoire muss es nicht immer das bedruckte Seidenkarree sein. Heute sind auch modischere, längere Schals denkbar, die ein bisschen freier drapiert werden, damit man nicht gleich wie eine Stewardess aussieht.

Eine Frau, die perfekte, schlanke Beine hat, die frei von Flecken und Falten sind, die wird diese gerne auch ohne Strümpfe zeigen wollen. In allen anderen Fällen ist ein schöner Strumpf besser- ein fast perfektes Bein sieht damit schon fast makellos aus.

Flache Schuhe funktionieren zu einem klassischen Business Outfit mit Rock nur bedingt, die trägt man besser zu Hosen. Die Absätze sollten in unserem Kulturkreis nicht höher als fünf bis acht Zentimeter sein, sonst wirds zu provokativ. Ausserdem sollten die Fersen- und Zehenpartie geschlossen sein.

Schmuck ist eine Frage des Augenmasses. Ein einzelnes schönes Schmuckstück sollte reichen - eine tolle Halskette, vielleicht auch ein paar Ohrringe oder ein etwas expressiverer Fingerring - nur alle drei zusammen wirkt ein bisschen zu bemüht. Es kann Echtschmuck sein, aber heute ist auch eleganter Modeschmuck im Business kein Tabu mehr.

Jeroen van Rooijen